Frischer Wind im Hofgarten

Frischer wirkt sie, die Jubiläumsausgabe der Festwochen-Kunstausstellung im Vergleich zu denen der vergangenen Jahre. Finden sich doch neben Exponaten mit bekannter Handschrift diesmal gleich eine ganze Reihe noch nicht etablierter, junger Künstler, die es zu entdecken gilt. Auffällig auch das Weniger an abstrakter Kunst, was Freunden erkennbarer Motive entgegen kommen dürfte.

Unter den insgesamt 77 Werken von 63 Künstlern finden sich 31 Malereien, 19 Plastiken und Skulpturen, je 12 Grafiken und Fotografien sowie drei Installationen. Unter dem Nachwuchs bereits zum zweiten Mal dabei, zeigt die 25-jährige Hannah Schneider zwei Siebdrucke auf Papier, darunter „HaubenTaucher“, in dem sie mit nur wenigen Strichen eine witzige Parallele zwischen Mensch und Tier zieht. In bizarren Verrenkungen tummeln sich bei Christiane Mayrs „Il mondo è pazzo – Die Welt ist verrückt“, 31 menschliche Figuren aus Modelliermasse auf einer Holzplatte zwischen darauf scheinbar achtlos hingekritzelten Notizen. Unzählige kleine hellgraue Tropfen schenken Manfred Küchles „Regenstück“ in Kreide und Acryl das lebendig-graue Farbspiel und die stringente Dynamik von starkem Regen. „Straucheln und Kippen“ hat Thomas Kai-Uwe Weidner sein doppeldeutiges Objekt aus Gips, Kohle und Klebeband genannt. Zu sehen sind drei ausgedrückte Zigarettenkippen, eine stehend und zwei vor dunklen Ascheflecken liegend. Faszinierend die Fotomontage „Piscinas“ von Florence Bühr, die das wild schäumende Meer in ruhiges Wasser eines riesigen Schwimmbeckens fließen lässt. Mit 22 Stempeln fordert Barbara Wohlfahrt die Ausstellungsbesucher auf, sich aktiv an der Kunst zu beteiligen. Zum Stempeln mit Bemerkungen wie „Die Kunst stirbt wenn das Abenteuer stirbt“, „Kunst ist eine Lüge die uns die Wahrheit erkennen lässt“ oder „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder sondern macht sichtbar“, liegen kleine weiße Zettel bereit, die in der großen Plexiglasvitrine der Installation „Die Kunst wartet auf Eingebung“ gesammelt werden. Mit einem Leuchtschrank ist die Künstlerin Alexandra Vogt vertreten, in dessen ursprünglicher Spiegeltür sich ein weißes Pferd im Oval eines kleineren Spiegels betrachtet. Mit der Kunstaktion „Horses in Residence“ wird vom 7. bis 13. September mehr von Vogt im Innenhof der Residenz zu sehen sein. Die einen Besuch lohnende Kunstausstellung ist noch bis zum 13. September täglich zwischen 10 und 18 Uhr im Hofgartensaal zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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