Frohe Aussicht für Jung und Alt

„Von einander, mit einander und für einander leben“, ist nach Ansicht von CSU-Staatssekretär Dr. Gerd Müller eines der grundlegenden Anliegen des Sankt Manger-Mehrgenerationenhauses. Und da Müller die Patenschaft über den neuen Bürgertreff übernommen hat, informierte er sich jetzt vor Ort über die verschiedenen Projekte und Maßnahmen.

Der „Mehr-Generationen-Bürgertreff“, wie man das Mehrgenerationenhaus auch nennen könnte, befindet sich wie bereits berichtet in der Ludwigstraße 71 und trägt den schönen Namen „Zur Frohen Aussicht“. Eine „frohe Zukunft“ wurde der Einrichtung jetzt jedenfalls schon einmal von den versammelten Gästen in Aussicht gestellt – darunter Staatssekretär Dr. Müller sowie OB Dr. Ulrich Netzer (CSU). Der Optimismus liegt an der ambitionierten Zielsetzung dieser Begegnungsstätte, die vielen Menschen wie gerufen erscheinen könnte: Das Miteinander der Generationen zu fördern und sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen. Müller begrüßte die Unterstützung der Stadt für das Projekt ausdrücklich und konstatierte, dass „Kempten damit im sozialen Bereich einen zusätzlichen Akzent setzt“. Der Gedanke des Mehrgenerationenhauses wurde 2006 vom Bundesfamilienministerium aufgegriffen und daraufhin das Aktionsprogramm „Mehrgenerationenhäuser“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, wie OB Dr. Netzer betonte, „sich generationenübergreifend zu stützen“, also die Förderung des Verständnisses und der Solidarität zwischen den Generationen. Seit Anfang 2008 gibt es nun bundesweit 500 Mehrgenerationenhäuser – eines in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt. Vom Ministerium werden die Einrichtungen dabei für die Dauer von fünf Jahren mit Zuschüssen von jeweils 40000 Euro pro Jahr unterstützt (siehe eigener Bericht). Zusätzlich existiert noch eine weitere Förderung aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF). Vom Familienministerium wie auch den Verantwortlichen vor Ort wurde und wird dabei vielfach die Formel beschworen, das Konzept der Großfamilie in eine moderne Form zu überführen: Man will einen Ort in Form eines lockeren Tagestreffs schaffen, wo sich Menschen generationenübergreifend begegnen, von einander lernen und sich gegenseitig unterstützen. Dabei profitieren nicht nur Eltern und Allein erziehende von der Hilfe der Älteren bei der Kinder- und Hausaufgabenbetreuung, sondern auch den Kindern kommt die Lebenserfahrung der älteren Generation enorm zu gute. Schließlich darf nicht vergessen werden, dass heutzutage eine räumliche Nähe zwischen Großeltern und Enkeln häufig nicht mehr gegeben ist und somit eine Gefahr der Isolierung der einzelnen Generationen besteht. Dies trifft nicht zuletzt auch auf die Älteren zu, denen eine Beteiligung am sozialen Leben, ein geselliges Zusammen sein, sowie auch eine Weitergabe ihrer Lebenserfahrung und der Umgang mit Kindern oftmals eine große Herzensangelegenheit ist. Zahlreiche Kurse Neben den professionellen Kräften sind vor allem Privatpersonen gefragt, die miteinander ihren Erfahrungsschatz teilen, sich in der Kinderbetreuung unterstützen, gemeinsam oder abwechselnd kochen, oder sich einfach nur zum Kartenspielen, Musizieren oder gemeinsamen Hobbys treffen. Abgerundet wird das Angebot der Begegnungsstätte „Zur Frohen Aussicht“ durch zahlreiche Kurse wie ein Elterntraining und Tipps für allein erziehende Mütter, eine multiprofessionelle Altersberatung, eine Seniorengruppe, einer Kooperation mit der offenen Holz- und Metallwerkstatt des Kempodiums und zahlreichen Vorträgen. Auch eine Hausaufgabenbetreuung soll demnächst verwirklicht werden. Die Generationsübergreifendes Unterstützung funktioniert im Übrigen auch von Jung nach Alt, so beispielsweise in Seniorenkursen für Internet- und Mobilfunkbenutzung oder bei der Hilfe in handwerklichen und alltäglichen Dingen. Die Politik setzt mit dem Aktionsprogramm „Mehrgenerationenhäuser“ auf einen Mix, der private und freiwillige Initiativen mit professionellen Sozialarbeitern und staatlichen Leistungen verknüpft. Dr. Netzer sowie auch Benedikt Mayer, Leiter des Referats für Jugend, Schule und Soziales, betonten dabei ausdrücklich auch die Wichtigkeit sowohl des ehrenamtlichen Engagements als auch der Offenheit der Bürger. Beides sei neben der professionellen Unterstützung für den Erfolg entscheidend. Zum Abschluss von Müllers Besuch überreichten Vertreter der BSG Allgäu noch einen Scheck und stifteten ein großes Schachbrett, mit der Hoffnung, es möge ein Mittel der Verständigung vor allem zwischen den verschiedenen Generationen, aber auch zwischen den Menschen allgemein werden.

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