Jugendverbände beteiligen sich an den Herausforderungen der Gegenwart

Flucht – Ankunft – Integration

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Der Vorstandsvorsitzende des Stadtjugendrings (SJR) Kempten, Stefan Keppeler (re.), präsentierte den Delegierten der Kemptener Jugendorganisationen einen Überblick über die vielfältigen Aktivitäten und Projekte im Jahr 2015.

Kempten – Ins Jugendzentrum nach Sankt Mang hatte der Stadtjugendring (SJR) Kempten zu seiner Frühjahrsvollversammlung geladen und gefolgt waren dieser Einladung 39 von 50 Delegierten. Als Gliederung des Bayerischen Jugendrings (BJR) sind im Stadtjugendring die Jugendorganisationen zahlreicher Verbände vertreten. Aufgabe dieses Zusammenschlusses der Jugendorganisationen ist es junge Menschen zur Entfaltung und Selbstverwirklichung ihrer Persönlichkeit und zur aktiven Mitgestaltung einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft zu befähigen. Wie der SJR Kempten diese Aufgabe in die Praxis umsetzt, erläuterte der Vorsitzende Stefan Keppeler zusammen mit seinen VorstandskollegInnen im Laufe der Vollversammlung im Jugendzentrum Sankt Mang.

Keppeler ging in seinem Vorstandsbericht auf das vielfältige Thema Menschen auf der Flucht, Flüchtlinge in Deutschland und die Aktivitäten des Stadtjugendrings mit und für diese Menschen ein. Er betonte die gute Zusammenarbeit mit der Diakonie bei der Betreuung von unbegleiteten Minderjährigen, die ohne Eltern, ohne Geschwister und ohne Verwandte hier bei uns im Allgäu Zuflucht gefunden haben. Besonders freute sich Keppeler über einen „Zuschusstopf“ des Allgäuer Überlandwerks (AÜW), der für Jugendverbände zur Verfügung steht, die Kinder und jugendliche Flüchtlinge in ihre Verbandsaktivitäten integrieren. Dokumentiert werden sollen diese Aktivitäten in Form eines Kalenders, den das AÜW seinen Kunden überreichen will. „2015 stand unter dem Credo ‚Ankommen und Versorgen‘ und jetzt geht es darum, die Menschen, die zu uns gekommen sind, zu integrieren, die Menschen die zu uns gekommen sind, in Ausbildung und Arbeit zu bringen“, so bilanzierte der SJR-Vorsitzende das vergangene Jahr und gab gleichzeitig eine Vorausschau auf die Herausforderungen für das Jahr 2016. Beim Thema Ausbildung und Arbeit verwies Keppeler auf das Engagement des Stadtjugendrings bei der Integration der jungen Flüchtlinge in die Berufsschulen. Hier waren einige bürokratischen Hürden zu überwinden.

Den zweiten Teil des Vorstandsberichtes übernahm Franziska Limmer aus dem Verband der Trachtenjugend. Unter dem Titel „Jugend stärken im Quartier“ erläuterte Limmer fünf Mikroprojekte, die in den Stadtteilen zum Mitmachen einladen. Stadtteilübergreifend sind die Aktivitäten zur Sprachvermittlung verteilt. Hier soll ein Leitfaden entwickelt werden, der allen ehrenamtlichen Sprachvermittlern in Kempten zur Verfügung gestellt wird. Als weiteres Mikroprojekt berichtete die stellvertretende SJR-Vorsitzende darüber, was sich in Sachen „Partizipation“ im Kemptener Osten getan hat. Die Wünsche der Jugendlichen waren unter anderem, dass das Jugendzentrum Bühl auch am Wochenende (samstags) geöffnet sein soll und dass der Busverkehr an Wochenenden und in den Abendstunden verbessert werden möge. „Rhythmus Deines Lebens“ war und ist eine Einladung an Jugendliche, sich mit Tanz und dem Bau von Musikinstrumenten zu beschäftigen. Limmer kündigte den großen Rhythmus-Auftritt von Jugendlichen aus dem Stadtteil Sankt Mang im Rahmen der Schultheatertage im Stadttheater am 8. Juni an.

Aus dem Bereich „Politische Interessenvertretung“ berichtete das Vorstandsmitglied Bernd Fischer, der für die Jugendorganisation der Johanniter-Unfall-Hilfe im Stadtjugendring aktiv ist. „Dieses Jahr stehen mit dem Satzungsreformprozess wichtige organisatorische Entscheidungen hinsichtlich der Zusammenarbeit von Vorsitzenden, Vorstand und den Jugendorganisationen an“, so Fischer. Die gute Zusammenarbeit mit dem Kreisjungendring (KJR) Oberallgäu werde an der Initiative „Bündnis für Menschen“ deutlich. Ziel sei es, auch mit allen anderen Jugendringen in der Region gewinnbringend zusammenzuarbeiten.

Den Bericht zum Haushalt des SJR Kempten präsentierte Geschäftsführer Alexander Haag. Er betonte die Bedeutung der zahlreichen Spender ohne deren Beteiligung so manches Projekt gefährdet wäre. Die Bedeutung des Stadtjugendrings für die Stadt Kempten hob Oberbürgermeister Thomas Kiechle hervor und übermittelte Lob und Anerkennung für die geleistete Arbeit aus dem Rathaus. Für den nach 19 Jahren ehrenamtlichen Engagements aus dem Vorstand ausscheidenden Johannes Messe gab es ein dickes „Dankeschön“ vom Vorsitzenden Stefan Keppeler.

um Abschluss der Vollversammlung erging an alle Anwesenden und darüber hinaus die Einladung zum Stadtteilfest im Kemptner Osten (am Platz vor der St. Ulrich Kirche) am 18. Juni, zum Jubiläumsempfang „70 Jahre Stadtjugendring“ am 29. Juni und zum großen Sommerfest an der Iller am 29. Juli.

Michael Schropp

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