Alte Fundamentreste bei Bauarbeiten in Isny entdeckt

Sind das Reste einer Stadtmauer?

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Bei Bauarbeiten auf dem Isnyer Markplatz wurden Fundamentreste gefunden. Möglicherweise könnte es sich dabei um Überreste einer früheren Stadtmauer handeln.

Isny – Einen überraschenden Fund haben die Tiefbauarbeiten auf dem Marktplatz vor dem Eingang der Wassertorstraße ergeben. Beim Ausbaggern für den Austausch der Kanäle und Wasserleitungen, legte der Bagger altes Mauerwerk frei, das auf einer Länge von zwei Metern sichtbar geworden ist. Nicht nur für den Laien sieht es sehr alt aus. Auch Dr. Beate Schmid, zuständige Gebietsreferentin Mittelalter beim Landesamt für Denkmalpflege, lässt das auf Nachfrage durchklingen.

Grabungstechnikerin Birgit Grundmann, die derzeit in Isny die Grabungen leitet, hat das Mauerwerk sofort vermessen und dokumentiert. Schmid wird sich mit dem Fund in absehbarer Zeit näher beschäftigen, kann aber aus Zeitgründen derzeit nicht nach Isny kommen. Die Isnyer müssen sich also noch gedulden mit der Frage, ob es sich bei diesem Mauerstück um den Überrest einer frühen Stadtmauer und damit um einen besonderen Fund handelt. Die Mächtigkeit des Mauerwerks mit 1,25 Metern Breite und 85 Zentimetern Tiefe macht es wahrscheinlich, dass es sich um das Fundament einer Mauer handeln könnte. Der daneben befindliche, mit Lehm abgedichtete, zweite Fundament- rest, könnte vom ehemaligen Zollhäuschen stammen, das sich laut alten Plänen an dieser Stelle des Marktplatzes befand. Grabungsleiter Martin Strotz hatte 2015 mit der Feststellung überrascht, dass es einst einen engeren Mauerring auf dem Stadtgebiet gegeben haben muss, zu dem der Blaserturm, beziehungsweise dessen unterer Teil, gehört hat. Es ist naheliegend, die Lage des gerade entdeckten Mauerwerks in Beziehung zum Blaserturm zu setzen, aber es bleibt vorerst Spekulation. „Das wird sich nur anhand der genau eingemessenen Lage und in Verbindung mit den Ergebnissen der Geophysik beurteilen lassen“, erklärt Archäologin Schmid. kb

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