Schutz für Fußgänger

Der Verkehr muss draußen bleiben

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Die Bahnhofstraße-Nord bleibt bis auf weiteres für den Verkehr gesperrt. Ausnahmen gelten für Linienbusse und den Anlieferverkehr.

Kempten – Die nördliche Bahnhofstraße bleibt bis auf weiteres für den Verkehr gesperrt und somit Fußgängerzone. Darauf einigte sich der Verkehrsausschuss am Montag einhellig. Ausnahmen gelten versuchsweise für Linienbusse und den Lieferverkehr. Allerdings besitzt der Beschluss nur solange Gültigkeit, bis die Ergebnisse für einen Gesamtverkehrsplan vorliegen. Das wird aber wohl nicht vor 2014 sein. Erst dann soll endgültig entschieden werden, ob die Bahnhofstraße-Nord tatsächlich dauerhaft als Fußgängerzone ausgewiesen wird. „Diese Lösung ist ganz vernünftig“, stieß der Vorschlag nicht nur bei Thomas Hartmann (Grüne) auf Zustimmung.

Mit seiner Entscheidung vom Montagabend folgte der Ausschuss Anträgen von Freien Wählern (FW), UB/ödp, Grünen und der SPD. Diese hatten im Zuge der Sperrung der Bahnhofstraße wegen des Zentralhaus-Umbaus gefordert, eine dauerhafte Ausweisung des Teilstücks als Fußgängerzone zu prüfen (der KREISBOTE berichtete). Ab Ende des Monats soll die Sperrung für Linienbusse wieder aufgehoben werden.

Die im Sommer vom Tiefbauamt vorgenommenen Zählungen und Messungen ergaben nach Angaben von Amtsleiter Markus Wiedemann, dass seit der Sperrung die Zahl der täglich durchfahrenden Autos in der Königstraße von knapp 6000 auf gut 8000 stieg und die in der Hirnbeinstraße auf bis zu 4000 am Tag. Währenddessen blieb die Zahl der gezählten Autos in der Kotterner Straße konstant. „Der Verkehr kann also leistungsfähig abgeleitet werden“, so Wiedemann. Vor allem die am meisten betroffene Königstraße sei geeignet, das Mehr an Autos abzuwickeln. Gleiches gelte für den Knotenpunkt Hirnbeinstraße/Königstraße.

Messungen der Schadstoffbelastungen kommen überdies zu dem Ergebnis, dass weder die Grenzwerte für Feinstaub noch für Stickoxid überschritten würden. „Die Zahlen lassen als Ergebnis den Schluss zu, dass eine Abwicklung des Verkehrs bei Ausweisung der Bahnhofstraße-Nord als Fußgängerzone durchaus möglich ist.“ Auch die Verkehrsexperten der Firma Modus Consult kämen zu dem Fazit, „dass eine Sperrung der Bahnhofstraße verkehrlich keine größeren Probleme aufwirft.“ Befahrbar bleibt die Bahnhofstraße-Nord zunächst bis zur endgültigen Entscheidung für Linienbusse (sechs bis acht in der Stunde) und den Lieferverkehr (in festgelegten Zeiten). Gesperrt wird sie dagegen trotz der vielen Arztpraxen im Illerkauf für Taxis. „Denn dann muss zu allen Zeiten mit motorisiertem Verkehr und dem damit verbundenen Gefahrenpotenzial gerechnet werden“, erläuterte Wiedemann. Allerdings, ergänzte Volker Reichle vom Kemptener Verkehrsamt, verhandle man mit den Taxlern bereits über eine Lösung. Im Gespräch als Ausweichroute sei unter anderem die Scheibenstraße.

Bei den anwesenden Stadträten stieß der Vorschlag der Bauverwaltung zwar auf grundsätzliche Zustimmung. Nur an der Freigabe für die Busse zweifelte der ein oder andere. So gab Theo Dodel-Hefele von den Grünen zu bedenken, dass so ein ständiges „Konfliktpotenzial“ zwischen Fußgängern und Bussen entstehe. Michael Hofer (ödp) stellte dagegen den Antrag, die Straße auch für Busse dicht zu machen. Zwar gab auch OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) zu, dass ihm eine „klare Trennung“ lieber wäre. Allerdings handle es sich hier um einen Versuch bis zur Fertigstellung des Verkehrsplans. „Wir müssen die Übergangszeit akzeptieren und wir müssen sehen, dass der ÖPNV weiterhin funktioniert“, argumentierte er. Matthias Matz

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