Ein Gang durch Isnys Kirchen

Gerhard Weisgerber und Gabriele Koeppel-Schirmer hatten sich jüngst mit einer Führung durch die drei Isnyer Kirchen St. Maria, die evangelische Nikolaikirche sowie St. Georg und Jakobus ein hohes Ziel gesetzt und konnten sich über eine beachtliche Zahl interessierter Zuhörer freuen. Der Grundgedanke zu dieser Führung wurde durch den im Mai in München geplanten ökumenischen Kirchentag angeregt.

Unter dem Titel „Drei Gotteshäuser, zwei Konfessionen – eine Bibel“ hatten sich die beiden Vortragenden eine besondere Art der kunsttheologischen Betrachtung ausgedacht. Während sich Weisgerber die kunsthistorische Betrachtung vorgenommen hatte, war es Sache von Koeppel-Schirmer, dazu passende Bibelzitate zu finden. Zum Auftakt der Führung wurde die jüngsten der drei Kirchen, St. Maria, besichtigt. Beginnend mit den in der Bibel zitierten Symbolen an der von Josef Epp geschaffenen Eingangstür Alpha und Omega, hinführend zu den 14 Kreuz-wegstationen in den Seitenschiffen und den Frauengestalten an den Wänden seitlich vom Altar im Chor, den Glasfenstern hinter dem Altar bis zur die Erläuterung der Neugotischen Gesamtgestaltung kann die Kirche viel aufweisen. An den Seitenwänden sind die Frauen Miriam, Judith, Sarah, Leonie und Sulamid dargestellt. Koeppel-Schirmer hatte sich die biblische Geschichte der Judith ausgesucht und benutze die redigierte Fassung der Lutherbibel. Weiter ging es zur Nikolaikirche, die von vornherein als „Leutekirche“ gebaut wurde. An der Seitentür, durch die man zu normalen Öffnungszeiten die Kirche betreten kann, ist ein Hahn in den Griff eingearbeitet und stellt die neutestamentarische Stelle der Christus-Prophezeiung dar: „Noch bevor der Hahn kräht, wirst auch du mich dreimal verraten haben.“ Für eine evangelische Kirche eigentlich nicht üblich, ist zurzeit ein 12-teiliger Kreuzweg ausgestellt. Diesen Zyklus hat Raimund Wäschle geschaffen und damit ist dort für die Osterzeit ein Ort der besonderen Meditation entstanden. Die Glasfenster der Nikolaikirche stammen von zwei verschiedenen Künstlern. Die drei hinteren sind Arbeiten von Dieter Kohler und die helleren Seitenfenster gestaltete Ursula Dethleffs. Ein Ölbild an der anderen Seite wurde aus der abgerissenen Spitalkirche am Marktplatz gerettet. Zudem gibt es noch Bildhauerarbeiten an der Kreuzgruppe und am hinteren Altar. Tolles Deckengemälde Beim anschließenden Gang in die daneben liegende, ehemalige Klosterkirche St. Georg und Jakobus zog besonders das erste Deckengemälde im Eingangsbereich die Aufmerksamkeit auf sich. Die Austreibung der Händler und Geldtreiber aus dem Tempel ist dort dargestellt und wenn man sich der darin enthaltenen Aufforderung zur Stille und Meditation folgt, ist die Gesamtgestaltung der rokoko/barocken Kirche ein inneres Erlebnis der besonderen Art. Hier fand der Rundgang seinen Abschluss und es empfiehlt sich wirklich einmal an einer Führung teilzunehmen.

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