Gefahren lauern überall

„Brutal Digital“ war der Titel eines Vortrags am Dienstag vergangener Woche im Kurhaus am Park. Organisiert haben den Vortrag die Polizeidirektion Ravensburg in Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe der „Zieglerschen“ und dem Evangelischen Kinderdorf Siloah. Gerhard Messer von der Kriminalpolizei Ravensburg und der Leiter der flexiblen Hilfe im Martinshaus Kleintobel, Peter Schmitz, referierten dabei über die Jugend in der digitalen Gegenwart.

Während Gerhard Messer mehr für die Gefahren zuständig schien, hatte Peter Schmitz die Vorteile, Möglichkeiten und Sicherheitsanwendungen im Visier. Über den wichtigsten Punkt waren sich beide jedoch einig: „Aufklärung tut Not!“ Während die für die Heranbildung der Kinder und Jugendlichen zuständigen Erwachsenen nur einen eingeschränkten Zugang zu den neuen Medien haben, sind die Kinder und Jugendlichen damit aufgewachsen. Da ist ein Handy, ein PC, ein iPod ein Teil der selbstverständlichen Umwelt. Die damit einher gehenden Gefahren werden allerdings nur bedingt wahrgenommen. Fast in allen Haushalten ist inzwischen ein PC vorhanden und die meisten der Kinder haben auch Internet-Zugang. „Brutal Digital“, wie der Titel des Vortrags schon sagt. Vor allem die „Chats“ sind für die jungen „User“ interessant. In der scheinbar abgeschlossenen Welt der Chat-Foren treiben sich allerdings auch Pädophile und Perverse herum, die immer wieder das Vertrauen der jungen Menschen missbrauchen und diese dann zu Dingen bringen, die einfach schädigend und kriminell sind. Ob Facebook, Radio-7-Spin-Chat oder Schüler VZ:. Persönliche Daten und Bilder sollten nur mit äußerster Vorsicht eingegeben und hochgeladen werden, empfahlen die Referenten. Vertrauen schaffen Beim Handy sieht es fast noch haariger aus. Was da bei den Schülern auf den Handys landet, geht vom Porno bis zum Gewaltvideo. Dass im Zusammenhang mit kinder- und jungendpornografischen Abbildungen alles strafbar ist, sollte dabei beachtet werden. Gerhard Messer gibt da auch Tipps für den gefahrlosen Umgang: „Lassen Sie sich von Ihren Kindern die Funktionen ihres Handys erklären, verbieten Sie nicht gleich, sondern schauen Sie an, was an Filmen und Spielen drauf ist, sprechen Sie mit den Kindern darüber und schaffen Sie sich eine Vertrauensbasis.“ Das sind einige der Gefahren, die von außen herangetragen werden. Was sich die Kinder und Jugendlichen unter den Stichworten „Cyberbullying, Happy Slapping und Chocking Game selber untereinander antun steht auf einem anderen Blatt. Auch da ist die kriminelle Komponente recht hoch und „cool“ ist das alles nicht. Es ist recht häufig der Gruppenzwang, der da zu Exzessen führt. Man will doch kein Weichei sein und nimmt vieles auf sich, um mitreden zu können. „Achten sie auf Ihre Kinder. Im wirklichen Leben würden sie sie doch auch beschützen. Warum tun Sie es dann im Internet nicht?“, war eine der Fragen der Referenten. Das ist natürlich nur ein Teil der ganzen Wahrheit. Wenn Fragen auftauchen, die vom Laien nicht beantwortet werden können, stehen die Sachverständiger mit ihrem Rat zur Seite.

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