"Chemieunfall" in der nta

Übung für den Ernstfall

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Die Bergung der Unfallopfer steht im Vordergrund der Übung in der nta.

Isny – Zu einem inszenierten Chemieunfall in der Naturwissenschaftlich-Technischen Akademie (nta) musste der Gefahrguttrupp der Isnyer Feuerwehr vergangene Woche ausrücken.

Die Spezialisten proben einmal im Monat den Ernstfall, damit sie auf dem neuesten Stand bleiben und beim Umgang mit gefährlichen Substanzen wirklich wissen, wo sie hinlangen müssen und wer, wie und wann zu informieren ist. Dieses Mal hatten die Feuerwehrkameraden keinen weiten Anfahrweg. Der „Unfall“ ereignete sich im Labor der Naturwissenschaftlich-Technischen Akademie und damit in der Einrichtung, in der viele der Feuerwehrleute schon Lehrgänge besucht haben, denn die nta stellt mit Ingenieur Reiner Briechle seit Jahren schon den Gefahrgut-Sachverständigen und legt auf gute Kooperation größten Wert. 

Dieses Mal hat es den Gefahrgut-Sachverständigen selber erwischt und die Einsatztrupps waren auf sich selbst gestellt. Szenario: Im Labor kam es zu einer Verpuffung von Lösungsmitteln. Das Gebäude war von den Dozenten und Studenten geräumt worden, es fehlen aber zwei Personen. Die Anfahrt der Rettungsfahrzeuge war relativ kurz. Ein Teil der Spezialisten baute die Geräte zur Entgiftung auf, zwei Trupps wurden vorbereitet die in das Gebäude eindringen sollten. „Die Lage erkunden, so schnell wie möglich gefährdete Personen retten, Messen und gezielte Maßnahmen zur Abwehr weiterer Gefahr einleiten.“ So sieht es die Anleitung bei derartigen Vorkommnissen vor. Der erste Einsatztrupp erreichte das Labor, entdeckte im Nebenraum einen „Studenten“ der sich bei dem Unfall den Arm mit Natronlauge verätzt hatte, sprach ihn an und konnte ihn aus der Gefahrenzone heraus schaffen. 

Dann ging es zurück ins Labor. Hier lag der Dozent still auf seinem Platz und wartete auf seine Rettung. Unten im Einsatzwagen saßen einige mit heißen Ohren und versuchten die richtigen Hilfen aus den Unterlagen heraus zu bekommen. Eine Übung ist ein simulierter Ernstfall und da sollte es genau so schnell klappen wie im wirklichen Leben. Auch den Dozenten schafften die Feuerwehrmänner aus dem Gefahrenbereich. Die Analyse wurde fortgesetzt und nach Untersuchung des Unfallortes konnten auch die Einsatztrupps den Laborbereich verlassen. Aber abgeschlossen war die Übung damit noch nicht: Zuerst wurden die Einsatzkräfte noch in ihren Schutzanzügen dekontaminiert. Eventuelle Reste von gefährlichen Substanzen sollten die Retter schließlich nicht gefährden. 

Bei der Nachbesprechung trugen Gruppen- und Einsatzleiter ihre „Manöverkritik“ vor. Schritt für Schritt wurde alles durchgegangen. Man will ja aus den Übungen lernen. Der Einsatz in den Schutzanzügen ist äußerst schwierig und geht an die Kräfte. Hilfe beim Anziehen und bei Ausziehen ist ebenfalls zu organisieren. Unterm Strich konnten alle zufrieden sein. Die Übung war erfolgreich, die nta weiß nun, dass im Ernstfall einige der Feuerwehrleute sich vor Ort gut auskennen und die Zusammenarbeit gut funktioniert. Manfred Schubert

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