Gegen Windpark in Betzigau

Die Windkraftkritiker aus Betzigau haben buchstäblich die Initiative ergriffen und nach eigenen Angaben jetzt in Hauptmannsgreut den Verein „ILKA Initiative Landschaftsschutz Kempter Wald und Allgäu e.V.“ gegründet. Zum Vorsitzenden wählten die Gründer den Bad Homburger Rechtsanwalt Dr. Wilfried Haesen, dessen Familie seit fast 30 Jahren in Hauptmannsgreut ansässig ist. Ihm zur Seite stehen Reinhold Faulhaber als stellvertretender Vorsitzender (Hochgreut), Kassiererin Heidi Merk (Hauptmannsgreut) und die Schriftführerin Sonja Bierbaum aus Hauptmannsgreut.

Bei einer öffentlichen Veranstaltung im Gasthaus Mittelallgäu waren die Pläne der Allgäuer Überland-Werke (AÜW), nach dem Vorbild der Windkraftanlagen in Wildpoldsried weitere „Windparks“ auf Betzigauer Gebiet zu fördern beziehungsweise zu bauen, mehrheitlich sehr kritisch aufgenommen worden. Viele Bewohner insbesondere von Hochgreut, Hauptmannsgreut und Möstenberg befürchten eine weitere Verschandelung der Allgäuer Landschaft sowie die Zerstörung des Naherholungsgebietes Kempter Wald: Das AÜW und gewerbliche Initiatoren verfolgen die Pläne nach Angaben des Vereins aber weiter. Die öffentliche Diskussion hält an. Haesen bezeichnete es als Ziel der neuen Initiative, für die bevorstehenden Auseinandersetzungen um die Ausbreitung von Windkraftanlagen im Allgäu den Kritikern eine handlungsfähige Organisation sowie den Betroffenen Information und Hilfe anzubieten. Dabei gehe es vor allem um den Natur- und Landschaftsschutz. Gemeinden und Gebietskörperschaften müssten bei ihrem Bemühen unterstützt werden, einen unsinnigen und schädlichen Wettbewerb um die windkraftfreundlichste Region oder Gemeinde zu vermeiden. Dafür gebe es im Allgäu genau wie in Oberbayern wegen großer Erfolge im Bereich sonstiger erneuerbarer Energien überhaupt keinen Anlass. Die augenblicklichen Versuche, Windkraftanlagen ohne Rücksicht auf Folgeschäden auch im windschwachen Süden Deutschlands zu etablieren, seien, so Haesen, überwiegend Kreisen zuzurechnen, die es auf das Geld der Stromkunden und privater Investoren abgesehen hätten. Auch diesen und den Grundstücksverpächtern, die letztlich die Risiken erfolgloser Anlagen zu tragen hätten, werde die Initiative beratend zur Seite stehen.

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