Neuer Service

Taxibestellung per sms

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„Taxi per sms“ – sie alle machten sich für diese Aktion stark, die gehörlosen Menschen im Allgäu die Taxi-Order erleichtert: Unser Foto zeigt Klaus Trunzer (v.l.) mit Sohn David, AST-Teamleiter Andreas Mayer, die Taxi-Funk-Vorstände Horst Rang und Alfred Becker, Nora Hourieh Preda und Viorel Preda sowie Albrecht Hung vom Behindertenbeirat.

Kempten – Die Taxi-Funk eG Kempten bietet ab 1. April einen bisher einzigartigen Servicedienst für Gehörlose und Schwerhörige an, nämlich „Taxi per sms“. Mittels dieser Kurzmitteilung können die Menschen mit einem Hör- und Sprachhandicap nun in Kempten und weit darüber hinaus ein Taxi anfordern.

Bisher war dies nur umständlich über ein Fax, per Mail, einen Telefonkommunikator oder ein Smartphone möglich – und letzteres hat längst nicht jeder gehörlose Mensch. Um Missbrauch und Schabernack vorzubeugen, ist die besondere Handynummer nur über die Impulse-Bürgerservice gemeinnützige GmbH oder den Behindertenbeirat der Stadt Kempten erhältlich.

Zwischen 300 und 500 Menschen mit diesem Handicap leben mittlerweile im Allgäu. „Die genaue Zahl ist nicht bekannt“, weiß Klaus Trunzer von der Impulse-Bürgerservice gGmbH. Gemeinsam mit Monika Proksch und Bernd Semmelmann (beide gehörlos) vom Behindertenbeirat der Stadt Kempten wurde diese Idee „Taxi per sms“ entwickelt. „Das unterstützt und erleichtert das selbstbestimmte Leben“, meinte Albrecht Hung, Vorsitzender des Behindertenbeirates.

Als Partner kam dazu die Taxi-Funk eG Kempten in Frage. „Bei uns laufen die einzelnen Taxi-Unternehmen zusammen. Wir können einen 24-Stunden-Service bieten. Außerdem betreiben wir in Zusammenarbeit mit der Kemptener Verkehrsbetriebe und Beteiligungsgesellschaft GmbH (KVB) das Anruf-Sammel-Taxi (AST)“, informierte dazu Horst Rang vom Vorstand der Taxi-Funk eG. Somit kann auch ein AST per sms bestellt werden. 

Andreas Mayer, Teamleiter der AST-Zentrale ergänzte: „Inhaber mit einer gültigen Wertmarke in Verbindung mit einem Schwerbehindertenausweis fahren mit dem Anruf-Sammeltaxi sogar kostenfrei.“ Das sollte in der sms mit dem Kürzel „SB“ beim AST berücksichtigt werden.

Kempten als Vorreiter

„Daumen hoch“ – begeistert zeigten sich bei dem Testlauf auch Nora Hourieh Preda und Viorel Preda. Beide machten in Gebärdensprache deutlich, dass die sms eine Taxibuchung doch sehr erleichtere. Klaus Trunzer lobte für die Impulse-Bürgerservice die Bereitschaft der Taxi-Vereinigung, hier neue Wege zu beschreiten. „Ich habe mich bei verschiedenen Stellen beim Freistaat und auf Bundesebene erkundigt – so eine praktische Taxi-Order gibt es für Gehörlose in Deutschland bisher nicht. Da sind wir Kemptener Vorreiter!“

Dass die Handynummer nicht öffentlich gemacht wird, hat seinen Grund: „Sie ist ausschließlich für Menschen mit einer Hör- und Sprachbehinderung reserviert. Sollte ein Missbrauch stattfinden, wird die Leitung sofort wieder gekappt – und das wäre schade“, so Rang. Schließlich bekomme der Fahrer mit dem Auftrag auch den Hinweis auf das Handicap. „Unsere Fahrer sollten sich auf ihre Fahrgäste einstellen können.“

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