"Es geht um Arbeitsplätze"

Der geplante Bau eines Porsche-Autohauses am Ortsrand von Leubas (der KREISBOTE berichtete) sorgt weiterhin für Diskussionsstoff: Vor allem die Grünen sprachen sich am Donnerstagabend im Stadtrat erneut gegen das neue Porschezentrum aus. Trotzdem stimmte das Gremium mehrheitlich für die Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplans. Stadtrat Theo Dodel-Hefele (Grüne) will deshalb nun auf eigene Faust Alternativen prüfen.

Wie bereits mehrfach berichtet, will das Autohaus Seitz auf die grüne Wiese am Ortsrand von Leubas ein neues Porsche-Zentrum bauen. Dafür ist allerdings ein entsprechender Bebauungsplan und eine Änderung des Flächennutzungsplans notwendig. „Mit einem Bebauungsplan wird im Wesentlichen die Zielsetzung verfolgt, parallel zur ergänzenden Änderung des Flächennutzungsplans den Bürgern und Stadträten bereits anhand konkreten Planungen eine detailliertere Entscheidungsgrundlage als im Flächennutzungsplan zur Verfügung zu stellen“, erklärte Baureferentin Monika Beltinger. Trotzdem stören sich die Grünen weiterhin an dem geplanten Standort. „Wir sehen eine Störung des dörflichen Charakters“, meinte beispielsweise Hans Mangold, der sich gegen die übliche Kritik aus den Reihen von CSU und SPD wehren musste, gegen eine wirtschaftliche Weiterentwicklung des Unternehmens und der Stadt zu sein. „Es geht nicht darum, dem Unternehmen diese Entwicklungsmöglichkeit zu nehmen, sondern den geeigneten Platz dafür zu finden“, betonte Mangold. Sein Fraktionssprecher Thomas Hartmann regte an, dass ein anderer Standort möglicherweise sogar noch besser für die Entwicklung des Autohauses sei als der derzeit anvisierte. Kritik der CSU und OB Dr. Ulrich Netzers (CSU), die Grünen seien gegen wirtschaftliche Entwicklung und Schaffung von Arbeitsplätzen, „werden durch permanente Wiederholungen nicht wahrer.“ Theo Dodel-Hefele forderte ebenfalls, alternative Standorte an der Kaufbeurer Straße zwischen Liebherr und ATU oder gegenüber des Autohauses Seitz in der Heisinger Straße zu prüfen. Die Besitzer dieser Grundstücke seien sehr wohl zum Verhandeln bereits, erklärte er. Deshalb wolle er nun versuchen, zwischen Seitz und den Grundstückseigentümern zu vermitteln. Michael Hofer von der ödp führte hingegen gleich drei Gründe gegen das Vorhaben an: Zum einen verliere Leubas so seinen dörflichen Charakter. Zum anderen sei der voraussichtlich genormte Porsche-Bau zu klobig für diese Gegend. Und drittens sei Porsche wegen des hohen Verbrauchs seiner Fahrzeugflotte „nicht Zukunfts fähig“, betonte er. Ortsbild hat Priorität CSU-Stadtrat Thomas Kiechle verwies dagegen vor allem im Zusammenhang mit dem Ortsbild auf den Sinn eines Bebauungsplans. Mit dessen konkreten Vorgaben „können wir ganz anders in den Dialog mit den Bürgern gehen“, sagte er. „Und die Einwände werden wir zur Kenntnis nehmen müssen.“ Schließlich habe die Beibehaltung des Ortsbildes „höchste Priorität“. Auch die SPD-Fraktion äußerte leise Zweifel, ob das der richtige Standort sei, „aber ich kann das auch nicht von vornherein wegwischen, denn es geht um Arbeitsplätze“, wie Siegfried Oberdörfer sagte. Die CSU-Fraktion und OB Dr. Ulrich Netzer verwiesen ebenfalls auf die Arbeitsplätze. „Das Unternehmen hat zumindest den Anspruch auf ein ordnungsgemäßes Verfahren“, betonte Netzer. Vorab zu sagen: „Euch wollen wir hier nicht“, sei das falsche Signal für die heimische Wirtschaft.

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