Gelungene Aktion

Im Rahmen der Allgäuer Herbstmilchwochen hatte die Gemeinde Gestratz am vergangenen Samstag zum Milch- und Käsetag eingeladen. Hunderte Besucher waren dieser Einladung gefolgt. Bei strahlendem Sonnenschein erlebten sie rund um den Dorfplatz ein interessantes Programm. Die Informationen zur Milcherzeugung gab es direkt vor Ort. Auf dem Bauernhof von Karl und Petra Baur und auf dem Hof von Lorenz und Hildegard Breyer öffneten sich die Türen für interessierte Besucher. Wissenswertes zur Verarbeitung der Milch war in der Sennerei Gestratz zu erfahren.

Der 18-jährige Philipp Eichhorn ist vom Besucheransturm völlig überrascht. „Es sind viel mehr Menschen gekommen, als wir erwartet hatten“, sagt er und lehnt sich an einen der beiden großen Käsekessel der Sennerei. Philipp macht eine Käserlehre, er ist im zweiten Lehrjahr. „Also genau heißt es eigentlich Lehre zum Molkereifachmann“, klärt er. Kurz darauf hat sich die nächste Besuchergruppe in der Sennerei versammelt und Philipp erklärt ein weiteres Mal den Ablauf der Käseproduktion. 6400 Liter Milch werden hier täglich verarbeitet. Anschaulich schildert der angehende Molkereifachmann den Weg von der Kuh über die Rohmilch, die Zusetzung von Kulturen und Lab aus dem Kälbermagen, die nachfolgende Gerinnung der erwärmten Milch, das Schneiden des Käsebruchs mit der Harfe, das Abschöpfen und Abfüllen in die Formen, das Pressen der Käseleiber, die dreitägige Lagerung im Salzbad und den anschließenden Reifeprozess und die Pflege im Keller. Mit Rotschmierkulturen und Salz wird der Bergkäse geschmiert, zunächst alle zwei Tage, später in größeren Abständen. Mit zunehmender Lagerzeit bildet sich so die Käserinde heraus. Bei diesem Reifeprozess verliert der Käselaib an Gewicht, gleichzeitig gewinnt er aber an Würze und Aroma. Aufmerksam lauschen die Besucher den Erläuterungen. „Wir in Gestratz haben uns auf Bergkäse und auf das Alpkäsle spezialisiert“, sagt Philipp. Der Rahm, so erklärt er, würde in den Sennereien Grünenbach und Hopfen verarbeitet, dort gäbe es Buttertrommeln, im Betrieb in Gestratz sei dafür kein Platz vorhanden. Besonderer Spaßfaktor Die Tische vor der Sennerei sind voll besetzt. Jetzt hat man die Qual der Wahl. Soll man zuerst etwas essen oder gleich über den Bauernmarkt bummeln? Musik klingt aus dem Festzelt herüber, der wunderschön restaurierte Lanz-Traktor kündigt sich mit unverwechselbarem Motorengeräusch an. Auf dem Anhänger des Oldtimers sitzen die Fahrgäste auf ihrem Weg zu den etwas außerhalb gelegenen Bauernhöfen. Der Milch- und Käsetag in Gestratz bietet öffentlichen Personennahverkehr mit ganz besonderem Spaßfaktor. Das scheint auch die Musikkapelle so zu sehen, schon kurz darauf sitzt die ganze Truppe auf dem Anhänger und mit Blasmusik geht es zum Hof der Familie Breyer. Auf dem Bauernmarkt werde Kräuter und Pflanzen angeboten, Honig, Edelbrände und schön gewundene Trockenkränze. Es ist ein buntes Bild. Bei einem Glas frisch gepresstem Apfelsaft informieren die Mitarbeiter des Bund Naturschutz über das Streuobstprogramm. Am Milchhäusle vor der Sennerei gibt es leckere Milchmixgetränke und die Kinder haben Spaß beim Wettmelken.

Meistgelesene Artikel

Ausblick und Austausch

Kempten – Knapp 200 Repräsentanten der verschiedenen Bereiche des Lebens in Kempten versammelten sich am Dienstagabend in der Schrannenhalle des …
Ausblick und Austausch

Entwurf der neuen Autobahnbrücke vorgestellt

Kempten – Deutlich auffälliger als bisher wird die neue Zeppelinbrücke über der A7, Höhe Ursulasried, gestaltet sein. Mit einem oberliegenden …
Entwurf der neuen Autobahnbrücke vorgestellt

Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Kempten – Am Donnerstagnachmittag vergangener Woche eskalierte ein Streit zwischen einem Pärchen, in dessen Verlauf der Mann offenbar versuchte seine …
Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Kommentare