Nur gemeinsam funktioniert es

Länder übergreifende Zusammenarbeit: In einer internationalen Kooperation zwischen der Fachhochschule (FH) Vorarlberg, der Uni Konstanz, der Hochschule Liechtenstein und dem Weiterbildungszentrum der Hochschule Kempten wird ab März erstmals eine umfassende Ausbildung für das Wissensfeld Standort-, Regional- und Kommunalentwicklung angeboten. Das gaben die Beteiligten am vergangenen Mittwoch in Kempten bekannt. Damit will die Bodensee-Region künftig besser den Herausforderungen moderner Standort- und Wirtschaftspolitik begegnen können.

Akademischer Standort- und Regionalmanager oder Master of Science (Standort- und Regionalmanagement) – diese neue Qualifikation können Absolventen eines berufsbegleitenden Studiengangs erwerben, der im März an der FH Vorarlberg startet. Auf Initiative von Dr. Gerald Mathis vom Institut für Standort-, Regional- und Kommunalentwicklung (ISK) in Dornbirn haben die FH Vorarlberg, die Uni Konstanz und die Hoschschule Liechtenstein diesen neuen Studiengang konzipiert. Leiter des Hochschullehrgangs wird Dr. Mathis. Mit dem Weiterbildungszentrum der Kemptener Hochschule konnte nun ein weiterer offizieller Partner für die internationale Kooperation gewonnen werden. „Ein neues Angebot ist immer ein Highlight“, frohlockte deshalb Hochschul-Präsident Prof. Dr. Robert F. Schmidt am Mittwoch. Bereits von Anfang an seien Kemptener Dozenten in die Entwicklung des Projekts integriert gewesen. „Da haben wir selbst eine gewisse Kompetenz“, so Schmidt. "Leisten Pionierarbeit" Wie Dr. Mathis erklärte, biete das neue Bildungsangebot erstmals ein umfassendes Know-how für die aktuellen Herausforderungen moderner Standort- und Wirtschaftspolitik. Während sich andere Ausbildungen in diesem Bereich vornehmlich auf raumplanerische, agrokulturelle und touristische Inhalte beschränke oder eben nur Teilbereiche wie City-Management, Standortmarketing, Regionalentwicklung oder Wirtschaftsförderung lehren, sei der neue Lehrgang ganzheitlicher und umfasse auch bislang nicht berücksichtigte Elemente und decke das gesamte Spektrum einer modernen Standortwirtschaftslehre ab – von der übergeordneten Standort-, Regional- und Gemeindeentwicklung, der Wirtschaftsförderung, dem Stadt- und Citymarketing, Schnittpunkten zu Kultur und Wirtschaft bis hin zu besseren interkommunalen Zusammenarbeit. „Damit leisten wir in einem gewissen Sinne Pionierarbeit“, freute sich Mathis. Denn insbesondere der professionelle Umgang mit diesen Themen werde künftig über den Vorsprung einer Region gegenüber einer anderen entscheiden. „Die Rahmenbedingungen müssen langfristig geschaffen werden“, so Mathis. Deshalb gelte es, Standortwirtschaft als laufenden und gesamthaften Prozess zu interpretieren. Wirtschaftliche oder gesellschaftliche Veränderungen könnten so vorausschauend und nachhaltig behandelt werden. „Kommunen und Regionen werden sich da künftig viel intensiver drum kümmern müssen“, betonte er. Von daher komme dem Arbeitsfeld Standort- und Regionalmanagement künftig eine immer stärkerere Rolle zu und der Bedarf an dahingehend geschultem Fachpersonal werde steigen. „Es gibt bisher kein vernünftiges Ausbildungsangebot zu diesem Thema.“ Diese Lücke soll nun der neue Studiengang schließen. Nur gemeinsam klappt`s Gedacht ist der Lehrgang vor allem für bereits Berufstätige in diesem Bereich. „Er soll Menschen ansprechen, die in diesem Beruf stehen“, erklärte Mathis. Erzielt werden kann ein Abschluss als „Akademischer Standort- und Regionalmanager“ nach drei Semestern oder ein Abschluss als Master of Science nach vier Semestern. Wie wichtig die Aufgaben der Regionalentwicklung sind, erläuterte Landrat Gebhard Kaiser (CSU) in seiner Funktion als Vorsitzender von Euregio und der Allgäu-Initiative. Er plädierte für ein enges Zusammenarbeiten auf diesem Gebiet. „Das Motto ‘Jeder ist sich selbst der Nächste’ können wir hier nicht gebrauchen“, betonte Kaiser. „Wir versuchen, mit einer Stimme zu sprechen.“ Nur so sei Erfolg möglich. „Nur gemeinsam kann man etwas erreichen“, sagte Kaiser. Und an diesem Miteinander müsse in allen Bereichen ständig gearbeitet werden.

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