Genügend Dope für 160000 Joints

Genau 222 sorgfältig umwickelte Pakete mit insgesamt 232 Kilogramm Marihuana fischten Kemptener Zollbeamte jetzt auf der A8 bei Leipheim aus dem Verkehr.

Erfahrung und der richtige „Riecher“ hatte die Zöllner nach eigenen Angaben einen in Richtung Stuttgart fahrenden Sattelauflieger mit albanischer Zulassung für eine Fahrzeugkontrolle auswählen lassen. Zunächst schien das Fahrzeug bei der Kontrolle dann doch unverdächtig – es war leer. Seine Fracht – laut Fahrer eine Komplettladung Zwiebeln – sollte erst in Holland geladen werden. Dies hielt die Beamten jedoch nicht davon ab, den Lkw auch ohne Ladung genauer unter die Lupe zu nehmen. Schnell stellten die Zöllner an der Stirnwand der Ladefläche unter angebrachtem Klebeband Spuren von Arbeiten mit einem Schneidbrenner fest. Zur genauen Überprüfung einer vermuteten Manipulation am Fahrzeug verbrachten sie den Lkw zu einer Kontrollhalle des Zolls. Eine in die Stirnwand der Ladefläche nachträgliche eingezogene doppelte Wand war -unter Einsatz eines Rauschgiftspürhundes dort dann schnell enttarnt. Aus diesem extra eingebauten Versteck holten die Beamten schließlich 222 fein säuberlich umhüllte Pakete mit insgesamt 232 Kilogramm Marihuana ans Tageslicht. 160000 Joints Den 36-jährigen albanischen Fahrer nahmen die Kemptener Zöllner noch vor Ort fest und verständigten die Drogenfahnder der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) in München, einer gemeinsamen Dienststelle des Zollfahndungsamtes München und des BLKA München. Seit seiner Festnahme sitzt der 36-jährige Fahrer als mutmaßlicher Drogenkurier aufgrund eines auf Antrag der zuständigen Staatsanwaltschaft Memmingen ausgestellten Haftbefehls in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen zu den Hintermännern des Rauschgiftgeschäftes und den Empfängern des Marihuanas dauern noch an. Das sichergestellte Marihuana mit einem geschätzten Marktwert von rund 750000 Euro hätte wohl für insgesamt ungefähr 160000 Joints gereicht. Die genaue Kontrolle des Schmuggel-LKW ergab im Übrigen auch, dass dieser aufgrund defekter Bremsen nicht mehr verkehrssicher war. Spätestens nach Beladung mit den vorgesehenen 20 Tonnen Zwiebeln wäre auf der Rückfahrt des Lkw im Falle einer Notbremsung ein Komplettausfall der Bremsanlage möglich gewesen.

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