Gesamtkonzept kommt

Mehr Autofahrer und mehr Radfahrer, eine zunehmend älter werdende Gesellschaft oder der Ruf nach mehr Umweltschutz sind nur einige Faktoren, mit denen sich Verkehrsplaner in Zukunft beschäftigen müssen. Die Kemptener Stadtverwaltung will die Entwicklung jedenfalls nicht tatenlos beobachten und hat die Erstellung eines Verkehrsentwicklungsplans in die Wege geleitet. Am Donnerstagabend erhielt das Vorhaben endgültig grünes Licht vom Verkehrausschuss.

Die vielfältigen Probleme und Anforderungen des künftigen Verkehrs alle unter einen Hut zu bekommen, ist das erklärte Ziel des gesamtstädtischen Konzepts. Fertig sein soll es im Frühjahr 2014, wie Reiner Neumann, Geschäftsführer der damit beauftragten Modus Consult (Nordspange, Hildegardplatz), den Stadträten am Donnerstag erklärte. Kosten wird das Strategiepapier voraussichtlich insgesamt rund 145 000 Euro. Umfassende Analyse Als Basis der Überlegungen wird eine umfassende Analyse des aktuellen Verkehrsnetzes in Kempten herangezogen. Dazu sollen laut Neumann nicht nur Verkehrszählungen, sondern auch Befragungen der Bürger nach ihren Wegen und der Art und Weise der Fortbewegung vorgenommen werden. Außerdem sollen sie nach ihren Wünschen und Vorstellungen gefragt werden. Ein besonderes Element ist darüber der integrierte Radverkehrsentwicklungsplan, wie Kemptens Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann erklärte. Weitere Aufgaben im Zuge des Verkehrsentwicklungsplans sind außerdem beispielsweise die Stärkung von Fußgängern und Radfahrern, die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs, eine optimierte Verkehrsführung und Bündelung des Verkehrs auf dem Ring, weniger Verkehr insgesamt sowie eine Verbesserung der Berufsfahrten. Herangezogen werden soll der Plan bei künftigen Entscheidungen etwa zur Verlängerung der Fußgängerzone, die Einführung von weiteren Einbahnstraßen oder die Verkehrsregelung in der Kronen-, Beethoven- oder Salzstraße. Komplexer Prozess Darüber hinaus soll eine Verkehrsprognose bis zum Jahr 2025 erstellt werden. Allein für die Analyse und Zusammenfassung des Ist-Zustandes rechnet Verkehrsexperte Neumann mit rund einem Jahr. „Diese Analyse ist sehr komplex”, so Neumann. Bereits in dieser Phase sollen jedoch die Bürger schon mit ins Boot geholt werden. Ob es einen – wie von Stadtrat Thomas Hartmann (Grüne) angeregt – das Thema begleitenden Beirat geben wird, soll allerdings erst noch entschieden werden, hieß es am Donnerstagabend. Der derzeitige Zeitplan sieht vor, dass noch heuer im Sommer mit den Verkehrszählungen und der Bürgerbefragung begonnen wird. Während des Winters soll dann die Auswertung der gesammelten Daten stattfinden und spätestens im Frühjahr 2014 das Gesamtpaket fertig sein.

Meistgelesene Artikel

Ausblick und Austausch

Kempten – Knapp 200 Repräsentanten der verschiedenen Bereiche des Lebens in Kempten versammelten sich am Dienstagabend in der Schrannenhalle des …
Ausblick und Austausch

Schnell eingliedern mit "LASSE"

Kempten – Christian Kühn ist ein ganz normaler Mann. Täglich pendelt der 33 Jahre alte Familienvater von Füssen nach Kempten zur Arbeit. In der …
Schnell eingliedern mit "LASSE"

Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Kempten – Am Donnerstagnachmittag vergangener Woche eskalierte ein Streit zwischen einem Pärchen, in dessen Verlauf der Mann offenbar versuchte seine …
Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Kommentare