Konträre Meinungen

Parken – wie lang?

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Derzeit noch auf eine Parkdauer von maximal zwei Stunden ausgerichtet soll die Nutzung der Stellplätze am Stiftsplatz nach Wunsch der Ladeninhaber künftig nur noch maximal eine Stunde möglich sein.

Kempten – Auch wenn es schon lange nicht mehr darum geht ob Tiefgarage oder nicht – Parken am Hildegardplatz ist noch immer ein Thema. Wie lange soll künftig auf den 111 Stellplätzen – 55 im Bereich Stiftsplatz und 56 am Kirchberg – geparkt werden dürfen?

Um eine für alle bestmögliche Lösung zu finden hatte das Kemptener Tiefbauamt diese Woche Inhaber der anliegenden Gewerbe zur Information und Diskussion eingeladen.

Es war mit sieben Vertretern von nur drei Geschäften allerdings eine recht überschaubare Gemeinde die ins Stift kam, um Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann und Volker Reichle, zuständig für das Verkehrswesen, ihr Anliegen für eine kürzere Parkdauer auf dem Stiftsplatz vorzutragen.

Derzeit sind auf allen 111 Parkplätzen maximal zwei Stunden mit Parkschein möglich, was laut Reichle dem für die Innenstadt üblichen Konzept entspricht und auch für einen Arztbesuch noch reiche. Herbert Schrankenmüller, Inhaber der Buchhandlung am Platz, pochte darauf, dass in den Vorgesprächen immer von einer Stunde auf dem Stiftsplatz und zwei Stunden nur am Kirchberg die Rede gewesen sei. Schließlich könnten Besucher der Fußgängerzone woanders parken. „Wir wollen Parken für unsere Kunden“ polterte er und forderte zugleich mehr und strengere Kontrollen durch die Verkehrsüberwachung.

Ladenkunden im Fokus

„Wir müssen es unseren Kunden so bequem wie möglich machen, es ist nicht unsere Aufgabe unsere Kunden zu erziehen“, wischte er Reichles Hinweis auf nahe gelegene Parkmöglichkeiten in der Memmingerstraße, am Marstall oder Hofgarten fort. Vielmehr schwebte ihm ein Ausweiten der Eine-Stunde-Regelung auch auf die Poststraße vor, da Kunden auch von dieser Seite in seinen Laden kämen.

Dass Parkplätze „zumindest zu bestimmten Zeiten Mangelware sind“ bestätigte auch Margit Epple, Inhaberin des Naturkostladens, die angesichts der dort „hohen Kundenfrequenz“ eine maximale Parkdauer von nur einer halben Stunde als „für uns fast überlebensnotwendig“ erachtete. Ihrem Vorstoß, zwei Parkplätze fest als Kundenparkplätze zu mieten, musste Reichle allerdings eine Absage erteilen, da sie „öffentlich gewidmet seien“ und deshalb auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen müssten. Auch sei es seiner Ansicht nach sicher „nicht im Sinne des Erfinders“, wenn erst hier eine halbe Stunde geparkt werde und dann der nächste Parkplatz für weitere Besorgungen angefahren werde. Da die Verkehrsüberwachung mit drei Personen pro Schicht „personell relativ schwach“ aufgestellt sei, könne es durchaus sein, dass am Hildegardplatz „zwei Stunden keiner vorbeikommt“, räumte er ein.

Nicht Einlassen wollte sich Wiedemann auf den Vorschlag „eine halbe Stunde frei und dann erst zahlen“ von Ingrid Hannane aus dem Naturkostladen; und auch die Vision Schrankenmüllers von Parkplätzen mit einer so genannten „Semmeltaste“ für zehn Minuten am Rand des Platzes schloss er aus. Über das beidseitige Parken an der Straße sei „in der Planungsphase bereits ausführlich diskutiert worden“, wehrte er ab.

Eine flächendeckende Parkzeit von maximal einer Stunde auf dem Stiftsplatz hielten Wiedemann und Reichle dagegen auch mit Blick auf Wochenmarkt und Kirche für eine gangbare Lösung. Mit beiden Gruppierungen sollen nun ebenfalls Gespräche geführt werden bevor im nächsten Verkehrsausschuss im Oktober darüber abgestimmt wird.

Christine Tröger

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