Es ist geschafft

Die neun besten Abiturienten des Allgäu-Gymnasiums: Lysander Kiesel (v.l.), Lisa Sontheim, Timo Huguet, Stefan Riedmaier, Mira Rupp, Benedikt Brandner, Lukas Gebhard, Cornelia Gläser und Ingrid Wölfle. Foto: Kampfrath

Die ersten Schüler des achtstufigen Gymnasiums (G8) haben ihr Abitur in der Tasche. Die 117 Absolventen des Allgäu-Gymnasiums feierten mit ihren Eltern und Lehrern am Freitag diesen Anlass im Kemptener Kornhaus. Die jungen Männer erschienen im Anzug, die Frauen trugen vornehme Abendkleider.

Wegen der Premiere des G8 bezeichnete Studiendirektor Rudolf Martin die Absolventen als „Versuchskaninchen“. Der Einstieg in die verkürzte Gymnasialzeit sei überhastet gewesen. Einige hätten das Abitur leider nicht bestanden. Die Erweiterung des Schulhauses bewertete er dagegen positiv. Studiendirektor Lothar Ortmann von der Realschulabsolventenvereinigung Kempten (RAVK) zitierte den Spruch des Abitur-T-Shirts: „Acht Jahre DJ Dötzi waren eine wunderschöne Zeit.“ Dies war eine Anspielung auf den Schulleiter Gerald Dötz, der wegen Krankheit nicht am Abiturball teilnehmen konnte. Die Eltern wüssten, dass das Abitur der Freifahrtschein für alle Berufe sei. Ortmann überreichte den Schülern, die sich für die RAVK angemeldet hatten, die Vereinsnadel und eine Rose. Die Elternbeiratsvorsitzende Kornelia Walter fühlte sich an ihre eigene Abschlusszeit erinnert. „In unserer Antigeneration war es in, sich mit Pullover, Jeans und braunen Stiefeln beim Abiball zu zeigen.“ Jeder der Abiturienten sei einzigartig. Ihnen stehe eine Welt außerhalb von Schule und Familie offen. „Wir Alten haben unsere Lebensmelodie gefunden. Sucht eure Zauberwelt und bringt eure eigene Melodie zum Klingen“, forderte sie. Da mit Sohn Georg Kornelia Walters jüngstes Kind nun das Allgäu-Gymnasium verließ, verabschiedete sie der stellvertretende Direktor Gerhard Panzer. „Sie waren bei Interessenskonflikten stets auf einen Kompromiss und eine Lösung im Sinne aller bedacht.“ Die Absolventen stünden an einem Scheideweg in ihrem Leben, meinte Panzer in seiner Ansprache. Bisher hätten ihnen Eltern und Schule wichtige Entscheidungen abgenommen „Sie haben mit dem Abitur den höchsten qualitativen Schulabschluss erworben, den es in Deutschland gibt.“ Es sei aber kein Meisterbrief. Viele wüssten noch nicht, wohin es geht, und wünschten sich ein Navigationsgerät. Das erworbene Wissen sei wichtig. Geschichte beispielsweise nehme man durch, um aus Fehlern der Vergangenheit lernen zu können. Gut ausgebildete Menschen seien das Kapital in Deutschland. „Sie sind die Leistungs- und Verantwortungsträger von morgen“, betonte Panzer. Seine Worte sollten die Abiturienten ermuntern, das Zeugnis, das sie erhalten, selbstbewusst zu besitzen. „Seien Sie immer neugierig und wissbegierig für die Belange unserer Gesellschaft!“ In ihrer Abiturrede erinnerten Carina Wiedemann und Timo Huguet an verschiedene Vorkommnisse. „Nach einem halben Jahr Oberstufen-G8 demonstrierten die Schüler, was zu einem Verweis führte.“ Acht Monate vor dem Abitur habe der Kampf um die Punkte begonnen. „Doch die Schüler nutzten die Freistunden nicht zum Lernen, sondern zum Austausch von Neuigkeiten über Schüler, Lehrer und Wochenendaktivitäten.“ Die beiden bedankten sich bei ihren Lehrern, die ihnen trotz Reibereien ans Herz gewachsen seien. „Das Kultusministerium verkürzte die Schulzeit von 13 auf zwölf Jahre, wir schaffen zwölf Jahre in fünf Minuten“, sagte Huguet mit Anspielung auf die Kürze der Rede. In Kleingruppen erhielten die Schüler ihre Abiturzeugnisse, wobei jedes Mal ein anderes Musikstück erklang. Bei dem Lied „Who Let The Dogs Out?” kam als Antwort „Dötz, Dötz, Dötz”. Ehrungen für die Besten Im Namen des Elternbeirats überreichte Kornelia Walter den neun Jahrgangsbesten einen Büchergutschein. Mit einem Notenschnitt von 1,1 war Lysander Kiesel der beste Abiturient, ihm folgte Lisa Sontheim mit einem Schnitt von 1,2. Die beiden bekamen einen zusätzlich Büchergutschein der RAVK. Gisela Bock, Vorsitzende des Freundeskreises Allgäu-Gymnasium, ehrte Matthias Hartl, Anna Nguyen, Bianca Schaber und Tamara Dötz für deren soziales Engagement. Matthias Hartl konnte sich aus demselben Grund über einen Büchergutschein der RAVK freuen. Zudem übergab ihm Lehrer Christoph Würstle den Preis für hervorragende Abiturleistungen im Fach Mathematik. Als Zuwendung aus der Rudolf-Zorn-Stiftung gingen für den besten Abituraufsatz 300 Euro an Mira Rupp. Simon Frasch erhielt eine Medaille für hervorragende Leistungen im Sport.

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