Vandalen auf Streifzug

Vandalismus trübt "Geburtstagsgeschenk"

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Kein guter Umgang mit dem "Seelsorger" vor dem Künstlercafe´: es wurde bereits zweimal von Vandalen heimgesucht und dabei sehr stark beschädigt.

„Wir sind alle geschockt“, so der Kommentar von Marcus Mayer von der Sozialbau, die mit „60 Tage Kunst für Dich“ die Öffentlichkeit an ihrem 60. Jubiläum teilhaben lassen will .

Nicht genug damit, dass die Fühler des überdimensionalen Kunstwerks „Seelsorger“ von Tim David Trillsam vor dem Künstlercafé am Eingang

der Fußgängerzone schon vor der Vernissage vergangenen Freitag (der Kreisbote berichtete) abgerissen worden waren. Am darauf folgenden Wochenende haben Vandalen auch die auf dem Rücken des Käfers stehende Figur abgerissen und heftig beschädigt.

Sie müsse „brutal“ herunter geschmissen worden sein, meinte Mayer angesichts der Zerstörung. Wie es mit dem Kunstwerk an diesem Standort weiter gehen soll, „wissen wir noch nicht“, meinte er gegenüber dem Kreisboten, das müsse auch mit dem Künstler erst besprochen werden. Seit April sind die Vorbereitungen laut Mayer für das Kunstprojekt der Sozialbau gelaufen und

da mache solch eine zerstörerische Reaktion jetzt „schon mürbe“.

Respektloser Umgang mit Kunstwerken

Nicht ganz so augenfällig aber nicht weniger respektlos haben sich „Kunstliebhaber“ am St.-Mang-Platz gezeigt. Dort fehlen „lediglich“ ein paar der dekorativen Elemente auf der gedeckten Tafel „Gastfreundschaft braucht ein Zuhause“ von Nuë Ammann befestigt sind – bzw. waren. Dass es an den Standorten restlichen insgesamt sechs Kunstwerken „keine Probleme gibt“, wie Mayer angegeben hatte, bestätigte ein Rundgang, auch wenn die Interpretation der Intention von Hans Panschar bei seiner Installation „Heimat“ bei manchen Zeitgenossen vielleicht ein bisschen frei ausfallen mag. Seinem Wunsch nach sollen Besucher der kleinen Schaukel-Holzhütte ihre Spuren in Form von Gedanken oder Gegenständen hinterlassen. Den Auftakt machte Sozialbau-Chef Herbert Singer mit einen

Spätzlehobel. Der fehlt inzwischen, wie auch ein paar Details der Ausstattung. Dafür haben einige Menschen ihre mehr oder weniger gehaltvollen Gedanken an die Wände gekritzelt und Gegenstände wie ein Set aus Kehrschaufel und Handbesen oder eine Bierflasche auf dem Tischchen sind hinzugekommen.

Insgesamt werden die Kunstwerke von der Bevölkerung aber nach Beobachtungen einiger der Künstler „schon wahrgenommen“ und zwar positiv. Vor allem der „Springende Tiger“ auf dem Bürgerplatz Thingers, zum Bespielen durch die Öffentlichkeit gedacht, „werde von den Kindern super angenommen“.

Christine Tröger

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