Im Gespräch mit den Entscheidungsträgern

„Das Thema verdient allerhöchste Aufmerksamkeit. Es wird in dem was uns täglich bewegt und in seiner historischen Dimension oft unterschätzt“, eröffnete Bundeskanzlerin Angela Merkel vor kurzem die Demografie-Tagung. Gemeinsam mit Ronald Pofalla, Bundesminister für besondere Aufgaben, hat Merkel hierzu ausgewählte Organisationen aus ganz Deutschland ins Bundeskanzleramt geladen. Auch der Aktionskreis Familienfreundliches Kempten war in Berlin vertreten.

Maßnahmen könnten nur gemeinsam mit Bund, Ländern, Kommunen, Sozialpartnern, Verbänden und Bürgern beschlossen und beschritten werden. Zur Auftaktveranstaltung eines breiten gesellschaftlichen Dialoges wurde daher auch der Aktionskreis Familienfreundliches Kempten e.V. (AFK) ins Bundeskanzleramt eingeladen. Anita Frankenhauser-Kühn, Büroleiterin des AFK, vertrat den Aktionskreis in Berlin. „Es ist eine große Ehre und Chance, dass wir uns hier aktiv einbringen können“ freute sich Claudia Dress, Vorsitzende des AFK. Fragen stellen sich Auf heutigen Familienfotos wirkten 60-Jährige jünger und weniger Kinder seien zu sehen, beschreibt die Bundeskanzlerin bildlich die gesellschaftliche Veränderung. Praktische Fragen würden sich neu stellen: „Wer wird mich eines Tages pflegen? Wo kommen die Fachkräfte her? Wie schaffen wir eine Stabilität unserer sozialen Sicherungssysteme, ohne Beitrags- und Steuerzahler zu überfordern?“ Demografischer Wandel wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus, auf Wirtschaft, Wissenschaft, Verwal- tung und Kultur“. Unter Federführung des Bundesinnenministers Hans-Peter Friedrich und Beteiligung fast aller Ministerien hat die Bundesregierung mit einer Demografiestrategie Rahmenbedingungen erarbeitet und sechs Handlungsfelder konkretisiert: 1. Stärkung der Familien; 2. Gestaltung einer Kultur eines längeren und erfüllten Arbeitslebens; 3. Erleichterung eines selbstbestimmten Lebens im Alter; 4. Förderung des Zusammenhalts in ländlichen und städtischen Regionen; 5. Bewahrung der Wohlstandsgrundlagen; 6. Sicherung und Stärkung der staatlichen Handlungsfähigkeit auf allen Ebenen. Im Verlauf der Tagung wurde immer wieder die Bedeutung von Familienfreundlichkeit in Kommunen und Städten unterstrichen. Besonders hervorgehoben wurde die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sowie die Stärkung und Begleitung bürgerschaftlichen Engagements. Besonders wichtig war den Teilnehmern, älteren Menschen möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben im vertrauten Wohnumfeld zu ermöglichen. „Demografischer Wandel ist ein brennendes gesellschaftliches Thema“, so Frankenhauser-Kühn. „In Kempten haben wir das längst erkannt.“ Kempten hat hierzu in verschiedenen Arbeitsgruppen konkrete Projekte und Maßnahmenkataloge ausgearbeitet. Frankenhauser-Kühn überreichte Bundesinnenminister Friedrich die strategischen Ziele der Stadt Kempten bis 2020, das Seniorenpolitische Gesamtkonzept, das Maßnahmenpaket „Zukunft bringt’s“, die Familienfreundlichkeitsprüfung Kempten „Kinder- und familienfreundliche Stadt“ sowie den AFK-Familienführer.

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