"Es gibt keinen Anderen"

Nach nur wenigen Minuten verwandelte sich das überlegen wirkende Lächeln im Gesicht des im Jahr 2008 wegen Mordes verurteilten Zohair El B. in Bestürzung, die ihm nicht vollständig zu verbergen gelang. Auch im Berufungsverfahren war der 30-jährige Marokkaner erneut zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Nach 17 Verhandlungstagen sah es die 2. Strafkammer des Landgerichts als erwiesen an, dass der Angeklagte seine ehemalige Deutschlehrerin und Geliebte im Herbst 2007 getötet hat (der KREISBOTE berichtete). „Es gibt keinen anderen, der in Frage kommt“, machte der vorsitzende Richter, Harry Rechner, in seiner umfassenden Urteilsverkündung deutlich. Tat bestritten Der aus Litauen stammenden 39-jährigen zweifachen Mutter, Asta G., war zum Verhängnis geworden, dass sie sich von ihrem ehemaligen Liebhaber trennen wollte. Bis zuletzt hatte der Angeklagte, Zohair El B., die Tat bestritten und während des Indizienprozesses bisweilen recht abenteuerliche Geschichten aufgetischt. Wegen eines Verfahrensfehlers hatte der Bundesgerichtshof in Karlsruhe das erste Urteil vom Sommer 2008 aufgehoben, weshalb der Fall nun eine andere Kammer des Kemptener Landgerichts beschäftigte. Stein des Anstoßes war ein abgehörtes Gespräch zwischen dem Angeklagten und seiner Frau gewesen, das im Prozess nach Ansicht des Bundesgerichtshofes nicht hätte verwertet werden dürfen. "Äußerste Gewalt" Wie der vorsitzende Richter ausführte, seien die Verletzungen am Hals des Opfers „nur mit äußerster Gewalt möglich“. Erst drei Monate nach dem Mord war die Leiche von Asta G. am Oy-Weiher bei Wildpoldsried – nach Ansicht der Strafkammer auch Tatort – gefunden worden. Der gepflegt auftretende Angeklagte las während der gut über einstündigen Urteilsverkündung ohne aufzublicken ununterbrochen hörbar im Koran. Viele Zuschauer Die Urteilsverkündung hatte erneut zahlreiche Zuschauer in den Gerichtssaal gelockt, der bis zum letzten Platz gefüllt war. Das nicht rechtskräftige Urteil – lebenslanger Freiheitsentzug wegen Mordes - folgt den Forderungen des Staatsanwalts. Der Verteidiger des Marokkaners hatte dagegen einen Freispruch gefordert.

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