"Girl‘s Day Akademie" an der Hochschule Kempten

Schnuppertag nur für Mädels

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In der „Girl‘s Day Akademie“ durften die Schülerinnen selbst experimentieren und auch praktische Erfahrungen sammeln.

Kempten – Zwölf Mädchen vom Gymnasium Immenstadt haben die Chance erkannt und sich für die Girl’s Day Akademie der Hochschule Kempten beworben. Wer hat schon die Gelegenheit, sich im europaweit einmaligen Glockenlabor umzuschauen, in einem perfekt ausgestatteten Schülerlabor zu experimentieren, selber Simulationen am Bildschirm durchzuführen und eine Probevorlesung über Umformungstechnik zu erleben?

Das ganze Schuljahr über werden die Schülerinnen der 9. Klasse mit den sogenannten MINT-Fächern vertraut gemacht, also mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Sie lernen Betriebe in der Region und vor allen Dingen Rollenvorbilder kennen. Schließlich soll sich ihr Blick bei der Berufswahl über die typischen Frauenberufe hinaus auf die vielen Möglichkeiten im Technikbereich weiten, wie Daniela Auerbacher, Mitarbeiterin des bayerischen Metall- und Elektroverbandes erklärt. Der Verband finanziert die Girl’s Day Akademie, um Fachkräfte in der Region zu gewinnen und zu halten. Die Hochschule wiederum hat für den Tag ein besonderes Programm zusammengestellt, um sich als gute Ausbildungsstätte zu präsentieren und den Anteil weiblicher Studierenden in den bislang überwiegend von jungen Männern gewählten Fächern zu erhöhen. „Da ist noch reichlich Luft nach oben“, betonte Prof. Dr. Christian Donhauser von der Fakultät Maschinenbau, und „in technischen Berufen gibt es auch für Frauen tolle Möglichkeiten.“ Anders als in der Schule herrsche beim Studium ein hoher Freiheitsgrad und werde eine hohe Eigenverantwortung erwartet, gab er den Mädchen zu bedenken.

Einige Studentinnen erzählten den Schülerinnen freimütig von ihren Motiven, einen technischen Studiengang zu wählen, und über ihre Erfahrungen an der Hochschule. „Wir kommen gut zurecht mit den männlichen Kommilitonen und sind dem Studium auch mit wenig technischem Vorwissen gewachsen“, versicherten sie den anfangs noch skeptisch blickenden Mädchen. Auch in der Ingenieurmathematikerin Prof. Susanne Ertel konnten sie ein ermutigendes Rollenvorbild kennenlernen.

Zum Abschluss des Hochschulschnuppertags durften die Schülerinnen eine Münze prägen und mit nach Hause nehmen. Mit nach Hause genommen haben sie aber sicher noch mehr, nämlich wertvolle Impulse zur Berufs- orientierung.

Elisabeth Brock

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