"Größere Beachtung"

20000 Euro wird die Stadt ab 2011 über einen Zeitraum von fünf Jahren, also bis 2016, dem Kempodium bereitstellen, um es finanziell abzusichern. Das beschloss der Finanzausschuss in seiner Sitzung vergangenen Woche. Hintergrund ist, dass sich Mitbegründer und Förderer des Kempodiums, Jens Mittelsten Scheid, Ende 2010 mit seiner jährlichen Förderung (22000 Euro) zurückziehen will. Als Abschiedsgeschenk sollen das Wohngebäude und das Werkstattgebäude in der Unteren Eicher Straße 1 bzw. 3 an den Verein übertragen werden.

Bisher hat sich die Stadt seit 2007 jährlich mit 5000 Euro für das Kempodium engagiert. Weitere finanzielle Unterstützung kam unter anderem von AÜW, Sozialbau, ZAK, SWW und BSG, sodass 42000 Euro zusammenkamen. Kreis mit im Boot Wie Dr. Richard Schießl, Leiter des Amts für Wirtschaft und Stadtentwicklung, erläuterte, habe man 2009 Gespräche mit dem Landkreis bezüglich eines Zuschusses für das Kempodium gesucht, da gut die Hälfte der Besucher aus dem Landkreis kämen. Von Seiten des Landkreises kam die Zusage, dass er sich nun finanziell mitengagieren will. So müssten von beiden Seiten, Stadt und Landkreis, künftig 20000 Euro aufgebracht werden, um die Finanzierungslücke zu schließen, so Schießl. Gerechtfertigt sei die Förderung für die Leistungen des Kempodiums. „Die finden sogar bundesweit größere Beachtung“, betonte der Amtsleiter. Dazu trägt auch Mittelsten Scheid bei, der erst vor kurzem mit dem Deutschen Stifterpreis ausgezeichnet wurde (der KREISBOTE berichtete). Um eine engere Rückkopplung zwischen Kempodium-Verein und Stadt und Land zu haben, wird der Verein künftig je einen Vorstandsplatz für Stadt und Landkreis freihalten. Nicht für die Ewigkeit OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) stellte klar, dass der Beschluss den Zuschuss über fünf Jahre keiner für die Ewigkeit sei. „Es muss klar sein, dass die Vorstandschaft schauen muss, dass sie die Eigenwirtschaftlichkeit erhöht.“ Aber auch er lobte die gesellschaftspolitische Wirkung des Kempodiums und den werteorientierten Ansatz in den Projekten. Auch die übrigen Ausschussmitglieder würdigten die Arbeit des Vereins, betonten jedoch das die Unterstützung nur für bestimmte Zeit bestehe. Der jährlichen Förderung von 20000 Euro in den Jahren 2011 bis 2016 befürwortete der Kemptener Haupt- und Finanzausschuss Ausschuss dementsprechend dann auch schließlich einstimmig.

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