Großartiges Engagement

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Stephan Thomae (v.l.), Staatssekretär Dr. Max Stadler (Präsident der Thomas-Dehler-Stiftung), Ullrich Kremser und Dr. Thomas Bock. Foto: Stodal

Die beiden langjährigen Stadträte Dr. Holger Bock und Ullrich Kremser wurden am Sonntag für ihre kommunalpolitischen Verdienste in Kempten mit der Thomas-Dehler-Nadel geehrt. Die Verleihung fand in Anwesenheit zahlreicher geladener Gäste im vollbesetzten Saal der Brauereigaststätte „Zum Stift“ statt.

Der Präsident der FDP-nahen Thomas-Dehler-Stiftung, Staatssekretär Dr. Max Stadler, unterstrich in seinen kurzweiligen Begrüßungsworten einige der besonderen Probleme, die ein Engagement im kommunalpolitischen Bereich mit sich bringt: Man kenne viele der Menschen, über deren Belange man mitzuentscheiden hat persönlich, „teilweise schon seit der Schule“, man erlebe die Auswirkungen der eigenen Entscheidungen sehr unmittelbar „wenn man den Leuten wieder auf der Straße begegnet“ und man könne sich nicht hinter einer Fraktion verstecken. Kommunalpolitik sei somit ein Politikbereich, der ganze Frauen und Männer fordere – Männer wie Dr. Holger Bock und Ullrich Kremser. Tiefe Spuren Die beiden hätten durch ihr langjähriges, großartiges Engagement sowohl im Stadtrat, wie auch in zahlreichen Vereinen, Verbänden und Organisationen tiefe Spuren gelegt, betonte Kemptens Bürgermeister Josef Mayer (CSU). Ihr Wirken solle Beispiel für viele Menschen in dieser Stadtgesellschaft sein – „wir würden dies dringend brauchen!“ Der FDP-Bundestagsabgeordnete und Bezirksvorsitzende der FDP Schwaben, Stephan Thomae, schließlich umriss in seiner Laudatio die Verdienste Kremsers und Bocks in ihren zahlreichen Ämtern und Ehrenämtern. Der „scharfzüngige“ Dr. Holger Bock, der achtzehn Jahre lang als Stadtrat in Kempten agierte, war im Lauf seiner Karriere Kreisvorsitzender der FDP Kempten, Bezirksvorsitzender von Schwaben, Vorsitzender und Schatzmeister der Vereinigung liberaler Mittelstand, 23 Jahre lang (Gründungs-)Vorsitzender des Fördervereins der Sing- und Musikschule Kempten, sowie 18 Jahre lang Vorsitzender des Sportvereins Heiligkreuz, um nur einige wenige seiner Einsatzbereiche zu nennen. Er bildete, „wenn auch zunächst etwas widerstrebend“, mit der ersten Generation der Grünen im Kemptener Stadtrat eine „exzellent funktionierende“ Ausschussgemeinschaft und trieb als Beauftragter für den defizitären Schlachthof dessen Privatisierung erfolgreich voran. Ullrich Kremser, der seit 27 Jahren als FDP-Stadtrat aktiv ist, war unter anderem Mitbegründer der Jungdemokraten Kempten, Kreisvorsitzender der Kemptener Liberalen und im Vorstand der Johanniter Unfallhilfe. Der „stets treue, gewiefte und durchsetzungsstarke“ Bezirksparteitagspräsident und Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande ist zudem ehrenamtlicher Handelsrichter am Landesgericht Kempten, Präsident des Turnvereins Kempten und habe sich seit 2002 als Beauftragter für Städtepartnerschaften „immer wieder als Kemptens heimlicher Außenminister bewährt“, so Thomae. Die beiden Preisträger bedankten sich in launigen Reden, die mit viel Plauderei aus dem kommunalpolitischen Nähkästchen garniert waren, für die Ehrennadel – „diesen Nobelpreis der Kommunalpolitik. Nobelpreis deshalb, weil er sehr spät verliehen wird“, wie Bock schmunzelnd meinte. In all den Jahren habe man zwar auch gestritten, sei sich aber nie persönlich böse gewesen und habe stets gute Lösungen quer durch alle Fraktionen gefunden. „Es war immer ein tolles Miteinander, eine schöne Zeit.“

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