Großes Engagement

Für Angelika Lang ist der ehrenamtliche Unterricht eine Bereicherung. Foto: moriprint

Wenn Bundespräsident Joachim Gauck heute zum Bürgerfest ins Schloss Bellevue einlädt, ist auch Angelika Lang aus Waltenhofen dabei. Die Einladung ist eine Würdigung für ihr langjähriges, ehrenamtliches Engagement im Asyl-Team der Diakonie Kempten- Allgäu. „Ich freue mich sehr darauf“, sagt die gelernte Fremdsprachensekretärin. Und sie weist darauf hin: „Die Arbeit mit den Menschen in der Gemeinschaftsunterkunft am Rübezahlweg ist eine Bereicherung für mich. Ich lerne durch die direkten Kontakte viel über die fremden Kulturen, Menschen und Religionen.“

Vor über sechs Jahren machte Angelika Lang ein Zeitungsbericht stutzig, bei dem es um die Abschiebung von zwei Asylbewerbern ging. „Das hat mich berührt“, erinnert sie sich. Daraufhin hatte sie sich mit Klaus Hackenberg, Asyl-Spezialist der Diakonie, in Verbindung gesetzt. Sie war der Meinung, dass ihre Französisch- und Englisch-Kenntnisse bei der Kommunikation helfen könnten. Im März 2006 begann sie mit zwei Afrikanern. Heute unterrichtet sie einmal in der Woche zwischen sechs und 12 Asylbewohner, zurzeit sind darunter vier Nigerianer, eine Syrerin, eine Chinesin und einige Afghanen. Diese „Schüler“ sind noch relativ neu und sie muss wieder ganz einfach beginnen. Zuvor war eine Lerngruppe beinahe fünf Jahre zusammen gewesen. „Hier in der Gemeinschaftsunterkunft sind 140 Asylbewerber untergebracht – mit einer Duldung oder im laufenden Asylverfahren. Das heißt, manche sind sehr lange hier“, kennt sich Lang inzwischen sehr gut aus. Ihre Hilfe beschränkt sich auch längst nicht mehr nur auf den Deutsch-Unterricht. Sie begleitet schon mal jemanden zum Arzt, hilft bei der Wohnungssuche und vieles mehr. Wenn sie durch die Wohnanlage geht, kennt sie viele mit Namen, spricht sie an. Die Bewohner schätzen und respektieren sie. Für manche ist sie „Frau Angelika“, für manche „my teacher“. Als Hackenberg eine Anfrage bekam, ob es in seinem Bereich herausragendes Freiwilliges Engagement gibt, fiel ihm sofort Angelika Lang ein. Es folgte ein Auswahlverfahren durch die übergeordneten Behörden – und schon stand Angelika Lang auf der Gästeliste des Bundespräsidenten.

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