Großes Theater

Mit einem spannenden Programm für die kommende Spielzeit 2009/2010 im Theater in Kempten (TiK) konnte der künstlerische Direktor, Peter Baumgardt, vergangene Woche aufwarten. Die zahlreichen Vorstellungen, darunter drei Eigenproduktionen, zwei Uraufführungen und acht Meisterkonzerte, präsentierte er im druckfrischen Vorschauheft. Darüber hinaus werde es auch wieder Veranstaltungen in den Reihen „Theater Café“, „Theater Café Extra“ – das sich in der abgelaufenen Saison „unerwarteter Beliebtheit“ erfreut habe – sowie „@Night“, deren „Konzept voll aufgegangen“ sei, geben. Zufrieden zeigte sich Baumgardt über rund 25000 Besucher, entsprechend einer Platzausnutzung von 75 Prozent, in der auslaufenden Spielzeit. Auch eine „Überraschung“ hatte Baumgardt mit Christof Feneberg, Geschäftsführer der bigBOX, und dessen Bereichsleiter Klassik, Karlheinz Zierold, zu verkünden. Ab der neuen Saison kooperieren klassikBOX und TiK unter „bigTik“. Abonnenten können dabei unter zwölf Vorstellungen – vier Orchesterkonzerte in der klassikBOX, vier Theatervorstellungen und vier Kammerkonzerte im TiK – auswählen.

OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) freute sich über das „Miteinander aller Kulturschaffender“ und die „Dienstleistung für Kulturinteressierte“ durch das gemeinsame Abo. Um die Außenwirkung Kemptens als kulturelles Zentrum noch zu steigern, wünschte er sich zudem eine „stärkere Werbekooperation mit Fürstensaal Classix“. Einen Schwerpunkt, so Baumgardt, werde man im neuen Programm auf den Bereich Kinder- und Jugendtheater legen, wo die „Resonanz noch nicht so ist, wie wir sie uns wünschen“. Die Preise für die nun auch im Wahl-Abo angebotenen Aufführungen des „TiK-Spielplatzes“ seien deshalb gesenkt worden und „mit klassischen Geschichten und Märchen einerseits“ sowie innovativen Stücken andererseits, hoffe man „möglichst viele junge Leute“ anzusprechen. Diesmal gleich in zwei Eigenproduktionen, in dem Musical „Non(n)sense“ und dem Volksstück „Der Lechner Edi schaut ins Paradies“, wird die vom Publikum bereits in „Heute Abend: Lola Blau“ gefeierte Claudia Graue erneut zu sehen sein. Für die Besetzungsliste des „Lechner Edi“ seien, wie Baumgardt verkündete, auch Bürgerinnen und Bürger vorgesehen. Dem Publikum ebenfalls inzwischen vertraut, Jochen Heckmann, der „Empfänger verzogen“ inszenieren und choreographieren wird. Konservative Meisterkonzerte Unter anderen großen Theatern werde das Bayerische Staatsschauspiel München mit einer, so Baumgardt, „Guckkastenversion für Kempten“ des Stückes „Ich, Feuerbach“ zu Gast sein. Die Meisterkonzerte würden diesmal „mehr aus dem konservativen Repertoire“ schöpfen, aber auch Komponisten des 20. Jahrhunderts zu Gehör bringen, wie TiK-Dramaturgin Nikola Stadelmann aus dem Schreiben des abwesenden Konzertorganisators Dr. Franz Tröger erläuterte. Für die kommende Saison konnte er unter anderem Musiker wie Ingolf Turban, Benjamin Schmid, das Auryn Quartett, die Nürnberger Sinfoniker und – durch einen „tourneetechnischen Glücksgriff“ – bereits zum zweiten Mal die Violinistin Midori für Kempten verpflichten. „Emotion and Meaning in Music“ lautet der Festivaltitel des „Zeitklänge e.V.“ in TiK-Kooperation, mit dem der künstlerische Leiter, Dr. Alfred Huber, neue Musik so präsentieren will, „dass Leute sie verstehen“. Parallel zur gespielten Musik werde eine „Real-Time-Präsentation“ die Partitur zeigen und in Vorträgen sollen Experten die Zusammenhänge zwischen Musik, Gehirn und Emotionen darlegen. Auch die heimische Theaterszene wird wieder vertreten sein, unter anderem mit „Allgäu Pfeffer“ und erstmals „Stupor Mundi“.

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