Grundschule Eich feiert 120-jähriges Bestehen

Ein "märchenhaftes" Jubiläum

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Beim Abfeuern der Jubiläums-Böller galt es bei den Schulkindern der Grundschule Kottern/Eich die Ohren zuzuhalten, danach war Fähnchenschwenken angesagt.

Kempten – Ein Schulhaus in der Rolle eine Märchenschlosses? Das muss schon eine besondere Schule sein, denn die meisten Schüler würden bei solch einer Vorstellung wohl eher mit dem Kopf schütteln. Nicht so die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Kottern-Eich. Sie hatten zusammen mit Schulleiterin Ingrid Peukert vergangenen Freitag ein „märchenhaftes“ Jubiläum des Hauses unter das Motto „120 Jahre Schulhaus Eich – einfach märchenhaft!“ gestellt und der Schar an Gästen des offiziellen Teils ein kurzweiliges Programm präsentiert.

Dass Kottern im Titel unerwähnt geblieben ist, liegt daran, dass die beiden Stadtteile, Kottern und Eich, erst 2008 in einem Schulsprengel vereint wurden, nachdem die Eich zuvor viele Jahre Außenstelle der Suttschule gewesen war.

Schon am Eingang wurde jeder Gast persönlich von einer Schülerabordnung willkommen geheißen. In Anlehnung an den in der Schulchronik (als Kinderchronik unter www.gs-kottern-eich.de) belegten „historischen Jubel“ feuerten Lenzfrieder Böllerschützen lautstark drei Salven – und die Kinder jubelten Fähnchen schwenkend, wie es die Eicher vor 120 Jahren aus Freude über ihr eigenes Schulhaus getan hatten.

„Prosit – auf unser wunderbares Eicher Schulhaus“, stießen Schülerinnen und Schüler mit OB Thomas Kiechle und anderen Jubiläumsgästen im Saal an. Dann aber wurde es ernst für Kemptens Stadtoberhaupt, denn sein Wissen um die Eicher Schule kam bei einem Quiz auf den Prüfstand. Charmant entlockten ihm Leon, Vanessa, Bensu, Enrik, Kira und Andrej die Antworten auf ihre Fragen und am Ende gab es mit einem „Wow, Herr Kiechle, Sie sind perfekt!“, dickes Lob aus Kiras Mund. Lediglich mit den Zauberkünsten des Oberbürgermeisters war es so eine Sache, die Peukert anrief, denn „manchmal hat man im Märchen drei Wünsche frei...“. Auch ohne „Hokuspokus“ versprach Kiechle sich zu gegebener Zeit mit den Wünschen zu befassen.So ging es erst einmal auf unterhaltsamen Streifzug durch die Schulgeschichte: die Zeit des 1. Weltkriegs, Ausflugsziele wie Wirlings, Blender oder Kemptener Wald – Tobias – Bodelsberg, die sich die Schulklassen in den 1920er Jahren vom Schulhaus aus zu Fuß erwandert hatten; die Jahre des 2. Weltkriegs, von denen Bensu erleichtert berichten konnte: „Vom Dachschaden und den Fensterscheiben abgesehen blieb unser kleines Schulhaus, unser Schlösschen, wie durch ein Wunder heil und ganz stehen, wurden auch keine Kinder und Lehrer verletzt. Wenn das kein Märchen mit gutem Ende ist....?“; dann der Anbau mit „großzügiger“ Renovierung in den 1950ern... Schließlich das Zeitzeugen-Interview mit Waltraud Sirch-Erdogan, die 1963 mit ihren Eltern und Geschwistern in die Dienstwohnung der Schule gezogen war, wo es damals statt einer Spüle in der Küche „drei Schüsseln“ auf einer Bank und einen Ausguss gegeben habe und auch „keine feste Badewanne“. Schaurig-märchenhaft war ihr Erzählung von den vielen Fröschen und Kröten im Keller, hinter denen Kira möglicherweise ja „verzauberte Prinzen“‚ vermutete.

Hohe Erwartungen waren an den Auftritt des Schulrats Hans Fasser, alias „Hans im Glück“, geknüpft. Glücklicherweise hatte er seinen Wunschring dabei und wie schon bei Kiechle, wagten die Kinder einen weiteren Vorstoß Richtung Schulsanierung. „Ich finde so kleine Schulen wunderbar und möchte alles tun, damit sie erhalten bleibt“, gelobte der Schulrat und entpuppte sich zudem ganz konkret als Glücksbringer für die Schulkinder: „Jeder hat einmal Hausaufgaben frei, an einem Tag, den er sich aussuchen darf“.

Christine Tröger

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