Gusswerk will Geld zurück

Carlos Gil von der IG Metall (vorne 2.v.r.) und der Betriebsratsvorsitzende des Gusswerks, Semsi Gözen (vorne 3.v.l.), bringen zusammen mit einigen Mitarbeitern eine Zahlungsaufforderung zum Haus des Ex-Firmenbesitzers. Foto: Läufle

Verwundert darüber, dass sie vor verschlossener Tür standen, waren die knapp 20 Mitarbeiter des Gusswerks Waltenhofen und Carlos Gil von der IG Metall Kempten (IGM) nicht. Schließlich habe sich der Ex-Geschäftsführer oft vor der Verantwortung gedrückt. Eine Delegation der IGM und des Betriebsrates traf sich am Mittwochnachmittag vor dem Wohnhaus von Plamen Ignatov, um dem Ex-Geschäftsführer, der die Firma zusammen mit seiner Tochter Dr. Ruja Ignatova in die Insolvenz geführt hat, eine Zahlungsaufforderung in Höhe von einer Million Euro zu überreichen.

„Wir wollen mit dieser Aktion ein Signal setzen und den Ex-Besitzern zeigen, dass sie nicht so einfach davon kommen“, betonte Gil. Der 2. Bevollmächtigte der IG Metall findet es schade, dass aufgrund seiner Ansicht nach betrügerischer Machenschaften das Gusswerk „an den Rand gedrückt wird“. Ignatov und seine Tochter hätten das Geld aus der Firma gezogen. Zum Beispiel sollen sie sich gegenseitig für Beratertätigkeiten bezahlt haben. „Der Gipfel der Unverschämtheit ist, dass Herr Ignatov vom Insolvenzverwalter die Auszahlung seines Resturlaubes gefordert hat“, so Gil. Wie berichtet, ermittelt auch die Staatsanwaltschaft wegen Betrugs gegen die Ignatovs. Trotz der schwierigen Situation glauben sowohl Gil als auch die Mitarbeiter an den Erhalt des Gusswerkes. „Ich bin mir fast sicher, dass es weitergeht“, sagte Betriebsratsvorsitzender Gözen, der seit 25 Jahren im Gusswerk arbeitet. „Und wenns keiner kauft, dann macht es die Belegschaft selbst.“ „Es werden Gespräche mit potenziellen Investoren geführt“, bestätigte Sebastian Brunner, Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Dr. Michael Jaffé, auf Anfrage. Eine Entscheidung sei jedoch noch nicht absehbar.

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