Stadträte stimme für BSG-Wohnungen auf der Ludwigshöhe

Einfache Entscheidung

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Auf einem der letzten noch unbebauten Bereiche auf der Ludwigshöhe plant die BSG den Bau von mehreren Mehrfamilienhäusern.

Kempten – Während die IBO Immobilien Service GmbH mit ihrem Bauvorhaben am Stadtweiher (siehe eigener Artikel auf dieser Seite) vorläufig knapp gescheitert ist, rennt die BSG Allgäu mit ihren Plänen für den Bau von weiteren 88 Wohnungen auf der Ludwigshöhe in der Politik offene Türen ein.

Einstimmig verabschiedete der Stadtrat am Donnerstagabend vor dem Hintergrund immer knapper werdender Wohnungen eine dafür notwendige Änderung des Bebauungsplans. 

„Dieses Bauvorhaben ist ganz nach meinem Geschmack”, frohlockte Regina Liebhaber von der SPD. „Ich bin froh, dass die BSG hier sozial geförderte Wohnungen baut“, äußerte sich nicht nur SPD-Stadträtin Ingrid Vornberger in der Debatte erfreut über das BSG-Projekt. Tatsächlich sollen 44 der insgesamt 88 Wohnungen im Bereich der Sligostraße öffentlich geförderte genossenschaftliche Mietwohnungen mit einem durchschnittlichen Mietpreis von 5,50 Euro/Quadratmeter werden. 

„Hier fällt es einem leichter, zuzustimmen”, sagte Dieter Zacherle (FW) in Anspielung auf das Vorhaben am Stadtweiher. „Wir schließen die Lücken mit einer nicht so dichten Bebauung.” CSU-Fraktionschef Erwin Hagenmaier bezeichnete die Pläne als „ein typisches Beispiel für Nachverdünnung”, während Fraktionskollege Andreas Kibler auf den Bedarf an Wohnungen verwies. Der Christsoziale Edgar Rölz lobte zwar ebenfalls den sozial geförderten Wohnungsbau, warnte aber vor zu wenig Märkten im Stadtteil. „Es fehlt an Einkaufsmöglichkeiten”, sagte er. 

Kritischer Hofer 

Kritik an dem BSG-Projekt kam lediglich von Michael Hofer (UB/ödp). Zum einen sei die Infrastruktur auf der Ludwigshöhe zu wenig ausgebaut, zum anderen fehle es an den nötigen Parkplätzen für die Wohnungen, mahnte er. Und außerdem: „Die prognostizierte Wohnungsnot kann ich nicht nachvollziehen”, erklärte er. „Die Probleme dürften im Laufe des Jahres entschärft werden”, unterstützte ihn Fraktionskollege Helmut Hitscherich. Kommt ein Bauboom? 

Tatsächlich hatte Bürgermeister Josef Mayr (CSU) während der Sitzung erklärt, dass seit 2011 der Bau von insgesamt 796 Wohnungen in Kempten beantragt worden sei. „Aber nicht alles, was beantragt wurde, ist auch schon gebaut”, beschied OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) Stadtrat Hofer. „Wir müssen jetzt Vollgas geben”, ergänzte Mayr. Hofer regte darüber hinaus an, alle 88 Wohnungen sozial zu fördern. Das führe möglicherweise zu Problemen wie früher im Thingers, warnte SPD-Stadtrat Siegfried Oberdörfer. „Dann bekommen wir nur bestimmte Beleger und möglicherweise soziale Probleme. Hände weg davon.”

Matthias Matz

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