Heimelige Stimmung

Publikumsmagnet: Vor allem die weiblichen Besucher in der bigBOX sind am Donnerstagabend hellauf begeistert von Paddy Kelly. Fotos: pir

In den 90er-Jahren feierte die irisch-amerikanische Musikerfamilie Kelly ihre größten Erfolge. Teenager kreischten auf vielen Konzerten oder brachen zusammen. Davon konnte beim Comeback-Versuch in der Kemptener bigBOX keine Rede sein. Schließlich ging es um die „Stille Nacht“, in der Paddy, Patricia, Kathy und Paul echte menschliche Werte vermitteln wollten.

Und dies auch mit vielen Sprechtexten zum Mysterium der Christgeburt belegten. Natürlich ließen die Kellys mit populären Songs wie „First Time“ oder „An Angel“ die Herzen der Zuhörer in der bigBOX höher schlagen, die rund 1200 Besucher in Stimmung bringen. Und auch Mädchenschwarm Paddy, nach seinem sechsjährigem Aufenthalt als Novize in einem südfranzösischen Kloster wieder mit etwas längerem Haar ausgestattet, sorgte erneut für Temperamentausbrüche bei den zahlreichen jungen Damen im Publikum. Seine Stimme ist immer noch unverwechselbar, seine charmante Ausstrahlung macht ihn immer noch zum Liebling der insgesamt zwölfköpfigen Kelly-Family, von denen neun in den besten Jahren der Gruppe auftraten. Bunte Mischung In der Kemptener bigBOX ließen die Kelly-Geschwister am Donnerstagabend ihr reichhaltiges Repertoire aufblitzen: Irish Folk, untermalt mit klassischen Instrumenten und Tanzfiguren im Hintergrund. Natürlich auch Elemente aus Rock und Pop – aber es dominierten bei diesem Weihnachtskonzert angesichts der fortgeschrittenen Jahreszeit natürlich die großen emotionalen Elemente. Man denke an „Mama“. Ein Song, der entstand, als Mutter Barbara früh einem Krebsleiden erlag. 1982 – Paddy war kaum fünf Jahre alt. In Kempten sah er eine Ähnlichkeit mit der Heiligen Familie: Auch die Kellys waren unterwegs, lebten schon mal in Bussen oder Hausbooten. Ungewöhnliche Aufenthaltsorte wie der ärmliche Stall, in dem das Jesuskindlein zur Welt kam. Da stimmte Paddy das Lied „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ an – gestenreich und im veränderten Rhythmus. Da ließ der Gruppenleader zusammen mit den schönen Stimmen seiner Schwestern Patricia und Kathy „Merry Christmas“ aufleben – natürlich in Kelly-Fassung. Paul schien hingegen mehr für die optischen Highlights zuständig zu sein – gipfelnd in seiner Rolle als Josef am Kripplein. Kein "Konsumterror" Für diese Szene, natürlich mit „Stille Nacht, heilige Nacht“ gesanglich unterlegt, hatte sich Paul extra einen Rauschebart wachsen lassen. Und wieder waren es Sprechtexte, die auf diesen „Mittelpunkt des Glaubens“ hinwiesen – als Gegenpol zu der „gestressten und konsumorientieren Gesellschaft“. Kein Wunder also, dass die Kelly-Geschwister vom „Konsumterror“ noch weniger berührte Kinder auf die Bühne baten: Der Kinderchor Vorderburg sang mit den Profis den Kelly-Hit „Take my hand“ und brachte dann noch den Weihnachtsklassiker „Oh du fröhliche” zu Gehör. Eine heimelige Stimmung machte sich im Kemptener Musiktempel breit. Ganz im Sinne von Paddy: „Weihnachten ist ein Fest der Liebe, der Freude und des Friedens!“.

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