"Hilde" verabschiedet Rektorin Börner – Nachfolger wird Markus Wenninger

"Das Hilde feiert eine starke Frau"

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Renate Börner und ihr Nachfolger Markus Wenninger.

Kempten – In einem kurzweiligen und für die Hauptperson emotionalen Festakt wurde am Mittwochvormittag die scheidende Rektorin des Hildegardis-Gymnasiums, Renate Börner, von ihrer „Schulfamilie“ in den Ruhestand verabschiedet. Börner hat in der Schule, die sie seit 2007 führte, Spuren hinterlassen, das wurde in den Grußworten der Gäste deutlich.

„Das Hilde feiert heute eine starke Frau“, die nach neunjähriger Amtszeit feierlich in den Ruhestand verabschiedet werde, eröffnete Bernd Breimair, stellvertretender Schulleiter, die Festveranstaltung. Börner habe die Schule mit ihrer schwungvollen Art geführt. „Alles, was den Schulalltag facettenreich macht, hast du gefördert“, lobte er ihren „sensiblen und teambezogenen Führungsstil“.

Drei Schlagworte führte OB Thomas Kiechle in seiner Rede an, die die Schulleiterin schon so gut beschreiben würden, dass man gar nicht mehr sagen müsste: Blütezeit des Gymnasiums, jugendliches Auftreten, dienstlich wie menschlich eine optimale Vorgesetzte. Ein wenig mehr sagte er dann doch noch: Es seien neun arbeitsintensive Jahres gewesen, in die unter anderem die Einführung des G8, die Begleitung des doppelten Abiturjahrgangs, die Ausgestaltung der neuen Oberstufe mit P- und W-Seminaren, der Ausbau der Ganztagsklassen sowie die Entwicklung eines modernen Fremdsprachenzweigs gefallen seien. „Sie haben die Schule entscheidend mitgeprägt“, so Kiechle, der Börner zudem Innovationsbereitschaft und Verhandlungsgeschick attestierte.

Ralf Eger, Elternbeiratsvorsitzender und Vorsitzender des Fördervereins, berichtete, dass die Schulleiterin immer ein offenes Herz für die kleinen und großen Sorgen der Schüler, Lehrer und Eltern gehabt habe. „Danke für alles“, sagte Gudrun Schöner, Vorsitzende des Freundeskreises, und meinte, dass damit schon alles gesagt sei. Etwas konkretisiert hat sie es dann dennoch: „Danke, für die harmonische Zusammenarbeit, die von Miteinander und Loyalität geprägt war.“ Börner habe die Schule mit Sachverstand, Charme und Weitblick geleitet und immer das Ziel, dass alle Kinder gerne zur Schule gehen, verfolgt.

Personalratsvorsitzender Rolf Zimmerlein verglich die Leitung einer Schule mit der Pflege eines Gartens. Börner war die erste „Hildegärtnerin“ und es sei ihr Verdienst, dass immer mehr Setzlinge (Schüler) an die Schule kommen wollen.

Ein besonderes Abschiedsgeschenk erhielt die scheidende Schulleiterin von der SMV. Die Schülerinnen und Schüler haben einen Film gedreht, in der verschiedenen Szenen immer mit einem „Danke“ endeten, das an Börner gerichtet war.

Einen Abriss des schulischen und beruflichen Werdegangs der scheidenden Rektorin, gab Ministerialbeauftragter Peter Kempf den Festgästen. Nach Grundschul- und Gymnasialzeit (Oberschule für Mädchen) in Tübingen machte Börner 1971 ihr Abitur und begann nach einem Auslandsaufenthalt in London 1972 ihr Studium (Englisch und Russisch) in Tübingen, das sie ab 1973 in Berlin fortsetzte. 1979 legte sie ihr erstes Staatsexamen ab und ging danach nach München. Von dort aus wurde sie an der Zweigschule Landsberg eingesetzt, wo sie das Erweiterungsfach Deutsch hinzunahm. 1981 verschlug es sie ins Allgäu, ans Vöhlin-Gymnasium Memmingen. „Schon in ihrer Probezeitbeurteilung war von Führungsstil die Rede“, so Kempf. 1989 ging Börner mit ihrer Familie nach Norwegen und arbeitete als Fachberaterin für Deutsch in Norwegen.

1995 kam sie zurück nach Memmingen, wurde Mittelstufenbetreuerin und Beratungslehrerin und wechselte 2004 als ständige Stellvertreterin des Schulleiters ans Hildegardis-Gymnasium. 2007 wurde sie Rektorin. „Sie haben positive Impulse gegeben“, bescheinigte ihr Kempf. „Sie können stolz sein auf das, was sie geleistet haben.“

Börners Nachfolger, Markus Wenninger, der ebenfalls vom Vöhlin-Gymnasium Memmingen ans „Hilde“ wechselt, sei eine „kluge Wahl“, so Kempf abschließend.

Am Schluss trat noch die Hauptperson selbst ans Mikrofon. Sie sei sehr gerührt und hoffe, dass sie ihre Emotionen noch zurückhalten könne. „Der Abschied ist nicht leicht, auch wenn ich mich auf die freie Zeit freue.“ Die Zeit als Schulleiterin sei die turbulenteste, aber auch abwechslungsreichste gewesen und man dürfe „gestalten und nicht nur verwalten“, betonte sie. Die wichtigen Projekte wie der Ausbau der Ganztagsklassen und der Um- und Neubau – das große Thema der vergangenen fünf Jahre – seien zwar noch nicht abgeschlossen, „aber zumindest in der Umsetzung“. Ihr Ziel sei es immer gewesen, eine Lern- und Arbeitsatmosphäre zu schaffen, die das Lernen angenehm mache für Schüler und Lehrer.

Ihrem Nachfolger, Markus Wanninger, wünschte sie viel Glück und nachdem sie sich bei allen Weggefährten bedankt hatte, erhielt sie lang anhaltenden Applaus.

Zwischen den verschiedenen Reden sorgte ein gut ausgewähltes Programm für Abwechslung. Der Chor unter der Leitung von Dominik Lidl begeisterte mit drei Stücken, die Schülerinnen Hannah Hamacher und Carmen Monzer gaben an Querflöte und Klavier W. Popps „Zigeuner-Ständchen“ zum Besten und das Orchester unter der Leitung von Katharina Jäkle-Buckenlei spielte „Typewriter“ von L. Anderson – natürlich mit Schreibmaschine.

Für viele Lacher sorgten die Schüler Anja und Kilian, die als Moderatoren-Duo gekonnt durch das zweistündige Programm führten.

Melanie Weidle

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