Mögliche Gastronomiefläche wird auf dem Marktplatz simuliert

Situation nachgestellt

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Buntes Treiben herrscht am Samstag auf dem Isnyer Marktplatz.

Isny – Der „Arbeitskreis Südliche Altstadt“ hatte die Isnyer aufgefordert, am Samstagvormittag mit einem Stuhl auf den Marktplatz zu kommen.

So sollte demonstriert werden, wie die Platzverhältnisse in etwa aussähen, wenn dort, wie es der potenzielle Investor Barfüßer vorhat, eine Außenbestuhlung mit rund 200 Sitzplätzen ange-boten würde und wie viel Platz dann noch für andere Veranstaltungen und Aktionen bliebe. Ganz wertfrei wollte man einfach gründlich informieren und den verschiedenen Vorstellungen Raum lassen, sich einer breiteren Öffentlichkeit darzustellen. Ganz wertfrei ist so etwas allerdings nie, wie eine Besucherin deutlich machte: „Wenn hier 300 Isnyer zusammen kommen, dann sind das mindestens 300 verschiedene Meinungen, wie die Gestaltung des Marktplatzes nun werden soll.“ 

Schon längere Zeit ist ein sogenanntes „Marktplatzkonzept“ angemahnt und Anfang April, also innerhalb der nächsten zwei Wochen, will die Stadtverwaltung auch damit über den Gemeinderat an die Öffentlichkeit kommen. Am Samstag saßen nun also viele Isnyer auf dem „besetzten“ Platz – auseinandersetzen war angesagt. Die Sonne schien, Getränke gab es und schon lange nicht mehr konnte man so intensiv diskutieren und dabei von Gruppe zu Gruppe gehen. Noch ist das letzte Wort über die künftige Gestaltung des Marktplatzes nicht gesprochen und immer wieder kam heraus, dass nicht die Bürger die endgültige Entscheidung treffen, sondern ihre von ihnen gewählten Gemeinderäte. 

Zwei Meinungen waren vorherrschend: Vielen wäre eine Außenbestuhlung und eine Innenbestuhlung mit jeweils rund 200 Plätzen für Isny zu groß und eine andere Gruppierung um Gemeinderat Gebhard Mayer schlägt jetzt vor am Marktplatz ganz ohne eine neue Gastronomie auszukommen. Ein Vorschlag war auch, alle vier Wochen eine derartige Veranstaltung auf den Marktplatz zu bringen, dann wäre eine Gastronomie doch eigentlich überflüssig. Seitwärts am Hallgebäude waren die Informationstafeln aufgebaut und dichte Menschentrauben hingen zeitweise davor. Die bisherigen Vorentwürfe wurden präsentiert. Die Veranstalter kann man nur beglückwünschen. Das war gelebte Bürgerbeteiligung.

Manfred Schubert

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