Hohe Erwartungen

Die Franzosen von „Babylon Circus” kommen am 4. August zum Theaterfestival. Foto: privat

Nach dem letztjährigen Programm, das dem Theaterfestival Isny einen neuen Besucherrekord beschert hat, sind die Erwartungen hoch für die kommende Saison, die in diesem Jahr erst am zweiten Ferienwochenende beginnt. Franz Schmid, Peter Neubert und Thomas Huber vom Programmbüro haben einmal mehr ein Jahr lang gesucht und gesichtet und schlussendlich eine knackige Künstlerliste zusammengestellt. Gerhard Polt gibt am Eröffnungsabend am 3. August das bestmögliche Motto für das Theaterfestival im Zelt vor – seine szenische Lesung aus den gesammelten Werken heißt „Circus Maximus“.

Und tatsächlich taucht der Zirkus am nächsten Tag gleich nochmal auf, nämlich im Namen der Band. „Babylon Circus” sind zehn junge Männer aus Frankreich, die nicht nur eine furiose Mischung aus Ska, Reggae, Jazz, Punk und osteuropäischer Folklore spielen. Auch ihre Bühnenshow ist fulminant und macht ihrem Namen alle Ehre. Das erste Wochenende geht mit der Familie Flöz zu Ende, die vor fünf Jahren schon einmal das Publikum mit ihrem Maskenspiel verzaubert hat. In ihrem neuen Stück „Hotel Paradiso“ lädt die außergewöhnliche Theatergruppe ein zu einer Achterbahnfahrt voll von schwarzem Humor, stürmischen Gefühlen und einem Hauch Melancholie. Die „Compagnia Due+Uno” aus dem Tessin entstammt der legendären Scuola Dimitri. Drei hinreißende Clowns demonstrieren in „La Porta“, welch aberwitzige Geschichten quasi zwischen Tür und Angel möglich sind. Danach lädt der fünfte Isyner Poetryslam zum fröhlichen Dichterwettstreit am 6. August. Wortwitzig und vielseitig Rainer von Vielen und „Daniel Kahn & The Painted Bird” machen am 7. August jeweils auf ihre Art charakterstarke Musik mit Ecken und Kanten: Rau, lyrisch, aufrüttelnd, energetisch und vor allem authentisch. Marcus Jeroch ist jedenfalls ein begnadeter Komiker und Sprachkünstler. Schröder, der Meisterpercussionist, setzt dagegen den Wortwitz auf seinem unglaublich vielfältigen Instrumentarium in spannende Klänge um. Am Donnerstag, 9. August, gibt „Tab Two”, das legendäre Ulmer Hip-Jazz-Duo, das in den 90ern mit seinem unverwechselbar coolen Sound weltberühmt wurde, eines seiner ganz wenigen Abschiedskonzerte in Isny. Am zweiten Freitag treffen Reggaemusiker aufeinander, die viel Abwechslung versprechen. „Raggabund” aus München stehen für schnelle und tanzbare Rhythmen, Jahcoustix spielt „Soul-Reggae”, akustisch, erdig und warm. Der Abschlussabend gehört dann wieder zur Gänze den Workshops. Das „FestivalVariété” hat im letzten Jahr hunderte von Menschen begeistert. In diesem Jahr werden Jonglage, Pantomime, Gesang, Kontaktimprovisation und Tanztheater im Vordergrund stehen. Eigener Kosmos Das Workshopangebot des Theaterfestivals ist über die Jahre zu einem eigenen Kosmos gewachsen, in dem in Richtung Tanz, Bewegung, Kunst und Körpererfahrung viele Interessen bedient werden. In diesem Jahr stehen 18 neue Kurse im Angebot. Der Vorverkauf für das diesjährige Theaterfestival Isny beginnt am 11. Juni. Ausführliche Informationen zum Programm und zu den Vorverkaufsstellen gibt es im Internet unter www.theaterfestival-isny.de. Außerdem wirbt das Theaterfestival in diesem Jahr aktiv um neue Vereinsmitglieder. Jedes Festival ist ein Kraftakt, der nur gestemmt werden kann, wenn viele zusammenhelfen und sich für die gute Sache engagieren, egal, ob als aktives oder passives Mitglied.

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