Hohe Wertschätzung

Erinnerungen an gemeinsame Zeiten: OB Dr. Ulrich Netzer (rechts) verabschiedet Referent Peter Riegg in die Altersteilzeit. Links Rieggs Ehefrau Susanne. Foto: Matz

Gewohnt still und leise war Peter Riegg, bisher Verwaltungs- und Finanzreferent der Stadt, zu Beginn des Monats in den Ruhestand gegangen. Im Anschluss an die jüngste Stadtratssitzung fand in der Schrannenhalle des Rathauses nun die offizielle Verabschiedung statt – die erste eines Referenten seit März 2004. Geladen waren neben den Stadträten auch sämtliche Amtsleiter der Verwaltung.

Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften (1968-1973) und zwei juristischen Staatsprüfungen war Riegg ab November 1976 als Jurist in der JVA Bernau tätig. Auf eigenen Wunsch wechselte er aber bereits zum 1. Januar 1977 als Syndikus zur Sozialbau in Kempten. Am 1. August 1981 trat er schließlich in den Dienst der Stadt Kempten. Zunächst war er als juristischer Sachbearbeiter und Vertreter des Referenten bzw. Amtsleiters im Rechtsamt tätig. Am 6. April 1998 erhielt Riegg die Amtsleiterstelle im Bauverwaltungs- und Bauordnungsamt, verbunden mit der Stellertreterfunktion der Baurefentin. Am 1. August 2000 erhielt er außerdem die Leitung der Projektgruppe Beitragswesen. Am 1. April 2004 erfolgte schließlich die Ernennung zum Leiter des Verwaltungs- und Sozialreferates, ab 1. Januar 2006 war Riegg dann als Leiter des Verwaltungs- und Finanzreferats tätig. Ob Dr. Ulrich Netzer (CSU) hob in seiner Ansprache die Bedeutung Rieggs für die Entwicklung der Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren hervor. Besonders durch seine persönliche Art habe Riegg viel bewegen können. „Ich habe Sie und Ihre Arbeit stets ausgesprochen geschätzt“, betonte Netzer. „Es war nicht ihre Art, Ziele und Entwicklungen mit der Autorität des Amtes und der Kraft der Funktion durchzusetzen“, so das Stadtoberhaupt weiter. Mensch im Fokus Für Riegg habe immer der Mensch im Mittelpunkt gestanden, was sich auch in seinen wesentlichen Projekten als Referent niederschlage. Als Beispiele nannte Netzer den Entwicklungsprozess „Vision EVA“ oder das Projekt „DA Führung“. Die Einführung der Servicerufnummer -115 sei ebenfalls von Riegg maßgeblich angeschoben worden. „All Ihr Einsatz wurde getragen von der spürbaren Freude am Mitgestalten von Fortentwicklungen.“ Riegg selbst sagte, er sei dankbar für seinen beruflichen Weg. Mit der Bewirtschaftung einer kleinen Landwirtschaft in Italien sehe er „neue Herausforderungen“, schmunzelte er. In seinem Rückblick erinnerte der ehemalige Referent an seine „spektakulärsten Fälle“ wie etwa sein Auftritt vor dem Bundesverwaltungsgericht in Berlin, nachdem die Stadt Kempten Einwegverpackungen wegen des vielen Mülls in der Innenstadt kurzerhand verboten hatte. Einen Rückblick wert war Riegg auch die „Blaue-Dach-Affäre“ auf der Ludwigshöhe. „Das Leben versteht man nur im Rückblick, gelebt werden aber muss es vorwärts“, so Riegg. Sein Dank galt allen Anwesenden und ehemaligen Weggefährten, die „immer mit dem Ziel, das Beste für Kempten zu erreichen“, zusammengearbeitet hätten.

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