Psychosoziale Hilfsgemeinschaft hat Grund zum Feiern

20-jähriges Jubiläum

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Eröffnet wurde die Jubiläumsveranstaltung des „Hoi!“ Psychosoziale Hilfsgemeinschaft e.V. durch eine musikalische Einlage der beiden Musiktherapeuten Josef Strauß und Jojo Schick. Beide hatten sich auf dem Gelände des Wertstoffhofes nach bespielbaren „Instrumenten“ umgeschaut.

Der Ausruf „Hoi!“ ist im schwäbischen ein Ausdruck tiefster Verwunderung. „Hoi!“, das ist aber zugleich in Kempten ein gemeinnütziger Verein, gegründet von Menschen, deren Ziel ist, Menschen mit psychischer Erkrankung oder Suchterkrankung am normalen Arbeitsleben teilnehmen zu lassen.

Rund ein Viertel aller Menschen, so sagen Wissenschaftler, durchlaufen in ihrem Leben eine mehr oder weniger lange Phase geistiger Erkrankungen, die oftmals mit einer Depression einhergeht. Damit diese Menschen sich nicht „einkapseln“ und mehr und mehr soziale Kontakte verlieren, hilft Betroffenen vor Ort der Hoi! Psychosoziale Hilfsgemeinschaft e.V.. Neben Projekten, wie „Betreutes Wohnen“, vermittelt „Hoi!“ Menschen mit psychischer Erkrankung an sogenannte Zuverdienstprojekte. Dies sind in der Regel Arbeitsplätze, die unter 20 Wochenstunden liegen und die an die Leistungsfähigkeit dieser Personengruppe angepasst sind. Oftmals sind Angehörige dieser Gruppe bereits Bezieher von Erwerbsunfähigkeitsrenten. 

Im konkreten Fall sind es derzeit 13 Personen, darunter eine Frau, die „Hoi!“ an den ZAK (Zweckverband für Abfallwirtschaft Kempten), als Arbeitskräfte für den Wertstoffhof am Schumacherring vermittelt hat. Nun wurde in feierlichen Rahmen die 20-jährige Kooperation der beiden Verbände gewürdigt. Neben Bürgermeister Josef Mayr, erschienen die Geschäftsführerin der „Hoi!“. Petra Ruf, die zweite Vorsitzende Konstanze Könning-Egetmeyer, der Geschäftsführer des ZAK, Karl Heinz Lumer, sowie vom Bezirkstag Schwaben Bezirksrat Wolfgang Bähner. 

In ihren Ansprachen würdigten diese das ehrenamtliche Wirken des gemeinnützigen Vereins „Hoi!“ und wiesen auf die Bedeutung von Arbeit für den Menschen im Allgemeinen hin. So wurden im Vorfeld die Beschäftigten des Wertstoffhofes am Schuhmacherring gebeten, Begriffe auf Kartons zu schreiben, die ihnen konkret mit ihrer Tätigkeit bei der Abfallwirtschaft einfallen. „Verantwortung“, „Engagement“, „So- ziale Kontakte“, „Therapie“, „Selbstwert“ und „Das Menschliche“ waren nur einige der an einer Wäscheleine aufgehängten Begriffe. Sie zeigen, welchen Stellenwert und welches Plus die Tätigkeit im Wertstoffhof für die Betroffenen bedeutet. „Arbeit ist die beste Medizin“, formulierte es dann auch die zweite Vorsitzende des Vereins, Konstanze Könning-Egetmeyer, in ihrem Grußwort zu den rund 50 Gästen und verwies auf die Tatsache, dass es sich bei der Arbeit auf dem Wertstoffhof nicht um einen „Schonraum“ handele. 

ZAK-Geschäftsführer Lumer bedankte sich, wie die anderen Redner zuvor, für die professionelle Arbeit der 13 „Hoi!“-Mitarbeiter, die derzeit auf dem Wertstoffgelände arbeiten. Von einer „gedeihlichen Zusammenarbeit“, sprach Lumer im Verhältnis zu „Hoi!“ und attestierte den Mitarbeitern eine stets engagierte Arbeitseinstellung. Er und Bürgermeister Josef Mayr widersprachen damit auch den anfänglichen Bedenkenträgern, die Mitte der 90er Jahre dieser Arbeitsmaßnahme keine allzu lange Zukunft voraussagten. Für den ZAK aber war es neben ihrem Unternehmenscredo „Wertstoffe wertschätzen“, immer auch ein Anliegen „Soziales Engagement zu unterstützen“. Jörg Spielberg

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