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Neubau des Allgäu Hospiz

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Die beiden Ballonstarts gehörten zu den Höhepunkten des Hospizfestes.

Inzwischen steht es fest: Das Allgäu Hospiz in der Madlener Straße wird abgerissen. Eine Renovierung des alten Gebäudes, in dem derzeit bis zu acht schwerstkranke Gäste liebevoll auf ihrem letzten Lebensabschnitt begleitet werden können, wäre unrentabel.

Nun laufen die Planungen für den erweiterten Neubau. Die Allgäuer Serviceclubs unterstützen das Projekt mit verschiedenen Benefizaktionen. „Wenn es um das Thema Hospiz geht, reden wir nicht über andere, sondern über uns selbst“, so Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle bei der Eröffnung des Hospizfestes am vergangenen Samstag. In der Tat wird wohl an kaum einem anderen Ort die Vergänglichkeit des (eigenen) Lebens so bewusst, wie hier im Allgäu Hospiz. In dem freundlichen, gelben Gebäude im Schatten des einstigen Krankenhauses in der Memminger Straße stehen derzeit acht Gästezimmer für schwerstkranke Menschen zur Verfügung. Hier kümmert sich Einrichtungsleiterin Susanne Hofmann zusammen mit 16 examinierten Pflegekräften (mit Zusatzausbildung in Palliativpflege), sowie mit Atem-, Kunst-, Musiktherapeuten und Seelsorgern um die „Gäste, die hier noch gute Zeiten erleben können. Ziel der ambulanten und stationären Hospizarbeit ist es, schwerstkranken Menschen ein Leben in Würde und Selbstbestimmung bis zuletzt zu ermöglichen und Einsamkeit, Verlassenheit, Angst und Schmerzen mit liebevoller Begleitung und bestmöglicher palliativmedizinischer Versorgung zu begegnen“, wie Susanne Hofmann erklärt. Unterstützt wird das Team von mehr als 100 ehrenamtlichen Bürgerinnen (und einigen Bürgern), die bei Bedarf auch ambulant bei den Betroffenen und ihren Familien Zuhause ihre wertvolle Unterstützung in dieser psychischen und physischen Ausnahmesituation anbieten. „Das jetzige Gebäude ist zwar heimelig, aber brandschutztechnisch nicht mehr auf dem neuesten Stand und für den tatsächlichen Bedarf zu klein“, so Hofmann. „2014 konnten wir mehr als 90 Menschen, die gerne hierher kommen wollten, nicht aufnehmen“, bestätigt Bürgermeister Josef Mayr, der zugleich Vorsitzender des Hospizvereins Kempten-Oberallgäu ist. „Wir werden die Zahl der Gästezimmer daher auf 16 erhöhen.“ Damit ist die maximal mögliche Größe erreicht. Da eine Renovierung mit Anbau um einiges teurer käme als ein Abriss mit erweitertem Neubau, soll 2017/18 das jetzige Gebäude abgerissen und mit dem Neubau an selber Stelle begonnen werden. Die Sozialbau übernimmt Planungen und Bauausführung. Wie das neue Hospiz aussehen wird, steht noch nicht fest. Stephan Walter vom Architekturbüro f64 erläuterte vor Ort das von der Hospizfamilie (Hospizverein, AllgäuHospiz, Stiftung und Freunde des AllgäuHospiz) favorisierte Modell, „das aber lediglich Grundüberlegungen sind“, wie er betonte. Demnach werden im Erdgeschoss des teils ein-, teils zweigeschossigen Gebäudes vier Einheiten mit je vier Gästezimmern entstehen, die sich jeweils zu einem gemeinsamen ruhigen Gartenhof hin orientieren. Im Obergeschoss könnten die Räume des Hospizvereins untergebracht werden. „Das kann sich aber alles noch verändern“, so Walter. 2019 soll das neue Hospiz bezugsfertig sein. Wo Team und Gäste zwischen Abriss und Bezugsfertigkeit unterkommen werden, ist noch völlig unklar. Solange das Zeitfenster hierfür noch nicht feststehe, sei es nicht möglich, eine passende Immobilie zu suchen, so Alexander Schwägerl, der Geschäftsführer der AllgäuHospiz gGmbH. Die Kosten des Projekts seien momentan noch nicht abzuschätzen, und liegen, wie Schwägerl sich vorsichtig ausdrückt, „im niedrigen einstelligen Millionenbereich. Wir erwarten Zuschüsse von der Stadt Kempten, dem Landkreis, dem Bezirk Schwaben und dem Sozialministerium.“ Für die Finanzierung der Einrichtung der ersten zwölf Gästezimmer – einem Betrag, der laut Josef Mayr „deutlich über 100.000 Euro liegen wird“ –,setzen sich indes die Serviceclubs aus Kempten und dem Oberallgäu (verschiedene Lions- und Rotary Clubs, Inner Wheel Club, Ladies´ Circle, Kiwanis, Round Table 141) in ihrer gemeinsamen Aktion „12 neue Zimmer für das Allgäu Hospiz“ mit großem Engagement und unterschiedlichen Benefizaktionen ein. Oberbürgermeister Kiechle lobte den Einsatz aller Beteiligter: „Bisher haben wir alles richtig gemacht. Jetzt hoffe ich auf eine schnellstmögliche und gute Verwirklichung.“

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