"Ich bin beeindruckt"

Den Segen Gottes für alle, die im neuen Gemeindehaus ein und aus gehen, erbaten die Festredner bei der Einweihung. Pater Tomasz Wesolowski und Pfarrer Sebastian Strunk spendeten ihn. Foto: Würzner

Mit einem feierlichen Festabend wurde jetzt das Dorfgemeinschaftshaus im Ortsteil Muthmannshofen eingeweiht. Das 1964 erbaute Schulhaus mit Gemeindekanzlei war von 1985 bis 2009 nach der Schließung der Schule an den Kreisjugendring Oberallgäu als Freizeit- und Tagungsheim vermietet. Die Idee von Hans-Jörg Dorn, als zweiter Bürgermeister und als Gemeinderat bestens mit den Gegebenheiten vertraut, nahm 2008 konkrete Formen an. Ihm schwebte vor, alle Vereine und Generationen unter einem Dach zu versammeln.

Festlegung eines Raumnutzungskonzepts, Projektgenehmigung und Mittelbereitstellung im Gemeinderat waren dabei die zu nehmenden Hürden. Mit der Baugenehmigung im Mai 2009 begann die entscheidende Phase, einen Monat später spuckten die 126 freiwilligen Helfer in die Hände. Die Eigenleistung in Höhe von etwa 160 000 Euro war Teil der Finanzierung. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 435 000 Euro, Zuschüsse in Höhe von 145 000 Euro aus dem Konjunkturpaket und 90 000 Euro Fördermittel aus der Dorferneuerung machten den Eigenanteil der Marktgemeinde vertretbar. Nicht ganz zwei Jahre und 11 200 Arbeitsstunden später konnte Architekt Dieter Hartenstein im fertiggestellten Gebäude das Ergebnis seiner Planungsarbeit in Augenschein nehmen. Und das kann sich wahrhaftig sehen lassen. Es gibt Häuser, die einem schon beim ersten Betreten den Eindruck der Behaglichkeit und des Wohlfühlens vermitteln. Das Dorfgemeinschaftshaus gehört dazu. Der Stolz auf das Geleistete war in den Augen aller Beteiligten zu sehen. Das Lob, das bei den Festreden immer wieder deutlich zum Ausdruck gebracht wurde, war ehrlich. „Altusried mit seinen Ortsteilen ist eine besondere Gemeinde mit besonderen Menschen, und das ist nicht überheblich gemeint,“ sagte Bürgermeister Heribert Kammel. Er habe schon ein wenig mit dem Rückgang der Begeisterung bei den Freiwilligen gerechnet, aber genau das Gegenteil sei der Fall gewesen. Anekdoten wie der Ausspruch von „Capo“ Siegfried Maier über die Moral der Truppe belegen dies. „Arbeitsbeginn ist Samstag um 8 Uhr, die Guten kommen um fünf vor Acht,“ soll er als Parole ausgegeben haben. Aus seiner Begeisterung machte auch Anton Klotz keinen Hehl. Er erinnere sich gerne an die Übernachtungen im Haus des Kreisjugendrings. „Ich bin beeindruckt, was aus diesem Gemäuer geworden ist. Und zur Eigenleistung kann ich nur sagen, dass die Pflege der Gemeinschaft die Hauptschlagader des Dorflebens ist“, konstatierte der stellvertretende Landrat. Ein dickes Kompliment machte er der Musikkapelle Muthmannshofen unter der Leitung von Berthold Hiemer für die konzertante Blasmusik, als reine Brass-Band gespielt eine echte Rarität. Präsident Johann Huber vom Amt für Ländliche Entwicklung Krumbach hatte die erfreulichste Nachricht des Abends dabei: „Von den 210 000 Euro Fördermittel sind bereits 180 000 Euro ausbezahlt worden“, sagte er. „Altusried ist neben dem Dorfgemeinschafthaus auch bei den Projekten Alte Schule Kimratshofen und Sanierung der Kapelle in Walzlings zum Zug gekommen.“ Der Kämmerer der Gemeinde wird es mit Freude vernommen haben. Nach der „blasmusikalischen“ Erzählung der Entstehung ihres neuen Vereinsheims durch Musikkapelle und Kirchenchor wurden 15 Frauen und Männer, die sich besonders engagiert haben, mit Karten für „Die drei Musketiere“ beschenkt. Eine Spende in Höhe von 400 Euro überreichte die Musikkapelle. Die Einnahmen der Nikolausfeier ermöglichen den Kauf eines Beamers. 500 Euro übergab Gemeinderätin Monika Sauter im Auftrag des SPD-Ortsvereins. Eine Tonanlage wird damit finanziert. Zum Abschluss des Abends wurde ein Rundgang angeboten durch die Räume, die zuvor von Pater Tomasz Wesolowski und Pfarrer Sebastian Strunk ökumenisch gesegnet wurden.

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