"Ich bin sehr beeindruckt"

Mit ihrer Lehrerin Ulrike Kempf (links) tasteten sich die Viertklässler der Haubenschloßschule unter anderem als Dirigenten und Triangelspieler an das Programm des bevorstehenden Kinderkonzertes heran. Foto: Tröger

Wie klingt – ja was eigentlich? Sind es tanzende Ballerinas, oder ist es eine Blume bei der die Blüte aufgeht, ein Bach, eine Quelle, der Frühling? Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4a an der Haubenschloßschule lassen ihrer Fantasie beim Hören der Musik freien Lauf. „Eine Quelle“ habe der Komponist im Sinn gehabt, gibt Klassenlehrerin Ulrike Kempf schließlich des Rätsels Lösung preis. Spielerisch tastet sie sich mit den zum Teil schon recht gut bewanderten Viertklässlern an das bevorstehende Erlebnis Kinderkonzert in der klassikBOX heran.

In der ersten von noch mehreren Vorbereitungsstunden stehen das Leben des Komponisten Friedrich – oder wie Lea zuhause schon im Lexikon nachgeschlagen hat: „eigentlich Bedřich“ – Smetana und ein erster Teil der Musik seiner berühmten „Moldau“ aus dem sinfonischen Zyklus „Mein Vaterland“ im Fokus. Konzentriert zeichnen die Nachwuchs-Klassikexperten das, was sie hören mit dem Finger auf den Rücken des Banknachbarn. Geht die erste Quelle von oben nach unten oder von unten nach oben? Die Lehrerin will es schon genau wissen – nochmals genau hingehört also und schon kommt die richtige Antwort. Auf dem Boden wird ein langes Plakat ausgerollt, auf dem sich die musikalische Übersetzung des wechselhaften Flusslaufs mit kräftigem Strich visualisiert. Das fröhliche Sprudeln der ersten und warmen Quelle „kommt von einer Querflöte“ erkennt Max auf Anhieb. Als zweite, kalte Quelle identifiziert Melissa zielsicher eine Klarinette. An der Stelle, wo der Fluss zum großen Strom werde, „hat der Komponist drei Triangelschläge eingebaut“, und dann das Hauptmotiv folgen lassen, erklärt Kempf ihren meist erstaunlich aufmerksamen Zuhörern; und auch, dass Smetana „taub war, als er die Moldau komponierte“. Obwohl man die Ohren spitzen muss wie ein Luchs, um die zarten Triangeleinsätze zu hören, schnellen fast alle Arme in die Höhe, als es darum geht, die Töne selbst nach- beziehungsweise mitzuspielen. Die anderen fungieren als „Dirigenten“, die die warme und die kalte Moldau „mit den Händen nachahmen“ – selbstredend wird ein paar Mal durchgewechselt. Eigene Choreographie Während acht Auserkorene – vier Jungs, vier Mädels – sich draußen im Gang eine Choreographie überlegen, um die Ursprünge der Moldau tänzerisch darzustellen, arbeitet drinnen jeder einzeln an der grafischen Darstellung, wobei es nicht darum geht, einen Fluss oder ähnliches zu Papier zu bringen, sondern die Emotion der Musik. „Ich bin sehr beeindruckt“, lobt Kempf die in nur wenigen Minuten gezauberte Tanzaufführung, die sehr treffend spiegelt, was in der Musik zu hören ist und auch bei den Klassenkameraden gut ankommt. Und dann gibt es noch diesen Brief von Smetana an die Kinder, in dem er ein bisschen aus seinem Leben und von seiner Heimat Böhmen erzählt – Anlass, auch noch ein wenig geographisches Wissen zu vermitteln. Eine interessante Erfahrung machen die Kinder beim Verbinden der gedruckten „Moldau“-Notenköpfe mit einer Linie. Selbst hier können sie die „welligere“, dann wieder „ruhigere“ Bewegung des Wassers erkennen, in der die notierten Pausen möglicherweise als „Stein oder Strudel“ gedeutet werden. Manchmal fällt es nicht leicht, die richtigen Worte zu finden. Der Begeisterung der Viertklässler tut das keinen Abbruch. Am Ende möchte nun auch Maxi ins Kinderkonzert, weil „es schöne Musik ist“, wie er findet. Ein dickes Lob richtet er für die Präsentation der Musik an seine Lehrerin. „Ich gehe auch ins Konzert“, sagt Amy, die schon letztes Jahr dabei war; und außerdem „spiele ich auch Klavier“ bekräftigt sie ihr Faible für klassische Musik.

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