Rettungsverband sucht weiterhin einen Standort für Christoph 17

Nun also doch Durach?

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Christoph 17 vor seinem provisorischen Hangar in Durach. Gut möglich, dass er dort dauerhaft stationiert bleibt.

Kempten – Ist der Stadtrat vom Rettungszweckverband Allgäu (ZRF) in Sachen Rettungshubschrauber-Standort „unzutreffend” informiert worden? Diese Frage wirft Stadtrat Dr. Philipp Jedelhauser in einem Schreiben an OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) auf und erwartet Antworten in der Sitzung des Gremiums am Donnerstag.

Hintergrund von Jedelhausers Anfrage ist, dass der ZRF jetzt erneut den Flugplatz Durach als dauerhaften Standort für Christoph 17 untersuchen lassen will. Bislang hatte es für Durach immer geheißen: „Geht nicht!” 

Die Suche nach einem dauerhaft geeigneten Standort für den Rettungshubschrauber Christoph 17, der derzeit provisorisch auf dem Duracher Flugfeld stationiert ist, wird zunehmend verwirrender. Wie ZRF-Geschäftsführer Wolfgang Klaus am Montag gegenüber dem Kreisboten erklärte, soll erneut eben jener Flugplatz als möglicher dauerhafter Standort des Helis untersucht werden. „Wir prüfen in Durach ganz massiv die Maßgaben der Genehmigungsfähigkeit”, sagte Klaus. 

Bislang hatte es von Seiten der ZRF-Spitze allerdings immer geheißen, dass Christoph 17 aus Lärmschutz- und Sicherheitsgründen dort nicht permanent stationiert werden könne. Zu diesem Ergebnis seien die eigenen Gutachter gekommen. Deshalb sei auch nie ein entsprechender Antrag beim Luftfahrtamt Süd gestellt worden. Stattdessen wurde der Bundeswehrsportplatz in der Kemptener Riederau vom ZRF als einzig machbarer Start- und Landeplatz auserkoren. Entsprechende Pläne wurden bereits detailliert ausgearbeitet. Dann signalisierten aber Kemptens Bürgermeisterin Sibylle Knott (FW) und CSU-Fraktionschef Erwin Hagenmaier, dass ihre Fraktionen diesem Standort nicht zustimmen würden. Der ZRF mit Geschäftsführer Klaus musste mit der Suche wieder von vorne beginnen (der Kreisbote berichtete mehrfach). 

Nicht nach Immenstadt 

Nun soll der Standort Durach doch noch einmal genauer unter die Lupe genommen werden – allerdings unter etwas anderen Vorgaben als bisher: Diesmal sollen die ZRF-Gutachter klären, was in Durach möglicherweise verändert werden muss, um eine Stationierung des Rettungshubschraubers möglich zu machen. „Es geht ganz abstrakt darum – was müsste dort passieren, damit es geht”, erläuterte Klaus. Mit einem Ergebnis rechnet er aber nicht vor Ende des Jahres. Stadtrat Jedelhauser fordert unterdessen OB Netzer (Vorsitzender des ZRF) auf, Pläne den Hubschrauber in Immenstadt zu stationieren, nicht weiter zu verfolgen. „Ist es in dieser Situation verantwortbar, weiter teure Gutachten für Immenstadt auszugeben, das für den Einsatzbereich von Christoph 17 wegen der peripheren Lage nur 2. Wahl sein kann?” fragt der Stadtrat. Hintergrund sind seit Frühsommer kochende Gerüchte und Medienberichte, dass der ZRF rund um Immenstadt nach einem Standort suche. 

Klaus betonte gegenüber dem Kreisboten auf Nachfrage, dass es derzeit nur einen Untersuchungsauftrag für Durach gebe. Gegen Immenstadt spricht auch, dass der Standort eigentlich schon zu weit weg von Kempten ist. Dort oder in der unmittelbaren Umgebung sollte Christoph 17 aber stationiert werden, um die Vorgaben erfüllen zu können. Beim Luftamt Süd bleibt man währenddessen gelassen. So lange kein Antrag des ZRF für Durach vorliege, könne man dessen Eignung auch nicht prüfen, hieß es dort am Montag. Ob Jedelhausers Anfrage morgen tatsächlich im Stadtrat behandelt wird, blieb indes unklar. OB Netzer war am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Matthias Matz

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