Inakzeptable Kürzungen

Alexander Haag, Geschäftsführer SJR Kempten (v.l.), Sven Hartmann, DGB Jugendsekretär, Hannes Meese, SJR-Vorstand, Abgeordneter Thomas Gehring, Johannes Aubele und Petra Pfitzmann, beide von der Christlichen Arbeiterjugend, diskutieren über die Auswirkungen des Sparprogramms der Staatsregierung. Foto: privat

„Dass ausgerechnet bei der ehrenamtlichen Jugendarbeit gespart wird, ist für mich inakzeptabel.“ Thomas Gehring, Landtagsabgeordneter der Grünen, ist empört über die Sparpläne der Staatsregierung, dem Bayerischen Jugendring 1,1 Millionen Euro zu streichen. Davon betroffen ist auch der Stadtjugendring (SJR) und andere Kemptener Jugendverbände.

Die Staatsregierung will im Doppelhaushalt 2011/12 dem Bayerischen Jugendring die Zuschüsse um insgesamt 1,1 Millionen Euro kürzen (der KREISBOTE berichtete). Um die Auswirkungen vor Ort zu erfahren, traf sich Gehring jetzt mit Vertretern des SJR und anderer Jugendverbände zu einem Informationsgespräch. „Die Luft für die Arbeit der Jugendverbände wird sehr dünn“, beschrieb Alexander Haag, Geschäftsführer des SJR, die Situation. Seit Jahren werde den Trägern Kürzungen zugemutet, kritisierte er. „Die Gestaltungsmöglichkeiten des SJR bei der Seminarplanung und -durchführung sind durch die Kürzungen sehr eingeschränkt worden“, erläuterte er. „Für uns bedeuten die Einsparungen rund ein Viertel unseres Haushalts und damit zum Beispiel Kurse für ehrenamtliche Jugendleiter oder auch deren verpflichtenden Kursen in Erster Hilfe.“ Johannes Aubele, Sekretär der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ), stellte fest, dass es den Jugendverbänden wohl künftig nicht mehr möglich sein werde, außerschulische Aktionen und Bildungsmaßnahmen finanziell zu bewerkstelligen. „Unsere Zielgruppe sind in erster Linie Jugendliche, die sozial und finanziell benachteiligt sind und daher einen besonderen Förderbedarf haben“, so Aubele weiter. Daher könne die CAJ ihre Sommercamps oder Schulungsmaßnahmen nicht durch hohe Teilnehmerbeiträge finanzieren. „Wir sind bei unserer Arbeit auf die finanziellen Zuschüsse angewiesen“, betonte der CAJ-Sekretär. Dabei stünden gerade der SJR und andere Jugendverbände im unmittelbaren Kontakt mit den Jugendlichen und könnten durch zielgenaue Projekte und Konzepte schnell auf Fehlentwicklungen und Schwierigkeiten reagieren. „Aber genau diese präventive und konkrete Handlungsmöglichkeit wird durch die finanzielle Einschränkung beschnitten“, so SJR-Geschäftsführer Haag. Gehring kündigte an, mit seiner Fraktion für eine Rücknahme der Kürzungen zu kämpfen.

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