Initialzündung durch Wahrnehmung

Auf großes Interesse bei den zahlreichen Vernissagebesuchern stieß der Kemptener Künstler Peter Steininger (rechts) nicht nur mit seinem Bild „Honey Ant“. Foto: Tröger

Die Inspirationsquelle des Kemptener Künstlers Peter Steininger ist nicht zu übersehen. Die Malereien der Aborigines haben ihn bei seiner Australienreise vor 15 Jahren so fasziniert, dass er schließlich selbst zum Pinsel griff. Das heißt, erst sei es das Didgeridoo gewesen, zu dem er gegriffen habe.

Die bewusste Wahrnehmung der Bemalung des Instruments sei dann quasi die Initialzündung für die in der Galerie „kunstreich“ des Künstlervereins artig e.V. aktuell ausgestellten Bilder gewesen, wie artig-Vorsitzender Stephan A. Schmidt den Vernissage-Gästen erzählte. Steininger greift in seinen erstmals ausgestellten Werken vor allem die Technik des so genannten „dot-painting“ auf, die etwa in den 1980er Jahren aufgekommen, einen Bruch mit der traditionellen Linienführung in der seit rund 40 000 Jahren währenden Kunsttradition der Aborigines darstellt. Myriaden von Punkten formen die „Snake On Rock“. Linien und dots verbindet Steininger in „Honey Ant“, worin die Honigameise – in der Malerei der Aborigines häufig in rituellen Abbildungen zu finden – in klaren Linien in der Bildmitte sitzt, dominiert von einem großen Honigtropfen am Hinterteil, der die beiden Techniken verbindet und überleitet zur reinen dot-Technik im restlichen Bild. Steiniger bedient sich sowohl traditioneller Symbolik aus den „Traumzeit“-Geschichten der Aborigines, als auch einer eigenen Formensprache. Mörsertechnik und Naturmaterialien sind bei den beiden Werken „Stoney Desert“ und „Zero“ angegeben. Die Wirkung beider ist dabei eklatant unterschiedlich. Ersteres offenbart geradezu realistisch den trocken-rissigen Boden einer Wüste, durchsetzt mit – einziger Farbakzent – rot gehaltenen Furchen zwischen denen steiniger Mörtel prangt. Bei dem farbintensiven „Zero“ mag man eher an eine Ikonographie denken. Manche Werke wiederum erinnern an die psychedelischen Muster der 1970er Jahre, bei denen die dot-Technik allerdings wieder eine eigene Note setzt. Zu sehen ist „Stone Art“ des Künstlers Peter Steininger noch bis zum 3. Juli in der Kemptener Galerie „kunstreich“ in der Schützenstraße 7, jeweils Samstag und Sonntag 11 bis 17 Uhr sowie dienstags von 16 bis 21 Uhr.

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