Max Schmelcher stellt in Isny aus

Moor im Mittelpunkt

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Aus Erdmaterialien schafft der Künstler Max Schmelcher seine Werke.

Isny – Warum Max Schmelcher sich mit dem Werkstoff „Moor“ beschäftigt ist erst auf den zweiten Blick auf die derzeit im Espantor-Turm ausgestellten Werke zu erahnen.

Ganz unbefangen betrachtet lässt sich das nur schwer erklären. Aus dem Schoß der Erde schöpft er seine Werkstoffe, modelliert und verfestigt die Torfmasse zu zweidimensionalen Wandbildern, die bei ihrer Trocknung wieder in den Rissen dreidimensional wirken, und ist auch bei plastischen Ver-arbeitungen bereit, ein gewisses „Eigenleben“ des organischen Materials hinzunehmen. 

Spätestens hier setzt allerdings auch neben aller künstlerischen Umsetzung der Perfek- tionist und handwerklich Begabte den Dingen seinen Stempel auf. Farbliche Aspekte finden im Spannungsfeld zu den dunklen Tönen der Erden ihren Platz, erhöhen die Wirkung und bei dem Einsatz von Blattgold auf dem eigentlich bröselnden Grundstrukturen werden völlig neue künstlerische Ebenen erreicht. Zur Ausstellungseröffnung waren viele Besucher gekommen, denn Max Schmelcher hat weit über die Region hinaus einen Ruf als herausragender Künstler, dessen Werke auch im Ausland zu finden sind. Paul Rupf-Bolz, Vorsitzender des Kulturforums Isny, war stolz darauf, diese Ausstellung nach Isny bekommen zu haben. 

Die Einführung in Leben und Werk des Künstlers hatte Silvia Sperlich vom Bayerischen Rundfunk übernommen. Das war dann schon ein philosophischer Ansatz, der dabei zum Tragen kam. Wenn der Mensch in seinen Grundstoffen aus ähnlichen Materialien besteht wie die Erde und im Kreislauf eines Tages auch dorthin zurück kehrt, dann bekommen Schmelchers Werke schon wieder eine andere Gewichtung. 

 Die Ausstellung im Turm des Espantors läuft noch bis Sonntag, 9. Juni. Geöffnet hat sie mittwochs bis samstags jeweils von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt beträgt zwei Euro.

Manfred Schubert

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