Interessanter Vortrag

Europapolitikerin Elisabeth Jeggle referierte jetzt in der nta Isny. Foto: privat

Die renommierte Europapolitikerin Elisabeth Jeggle war vor kurzem zu Gast an der Naturwissenschaftlich-Technischen Akademie Isny (nta) und sprach vor Schülern, Studenten und Dozenten über Bildungspolitik und Gentechnologie im europäischen Kontext. Jeggle ist seit 1999 Mitglied im Europaparlament und vertritt dort die Region Württemberg-Hohenzollern.

Prof. Dr. Gerald Grübler, Geschäftsführer der privaten, gemeinnützigen nta Isny und Rektor der nta Hochschule Isny, begrüßte Jeggle und dankte der Auslandsbeauftragten der nta, Ursula Steiner, für die Organisation des Besuches. Bürgermeister Rainer Magenreuter betonte in seinem Grußwort die enge Kooperation zwischen der Stadt Isny, den nta-Berufskollegs sowie der nta Hochschule. Jeggle gab in ihrem Vortrag zunächst Einblicke in den Alltag einer Abgeordneten des Europaparlaments, der nur wenig Zeit lasse für Termine wie den heutigen. Zur Zeit stehe die Planung für die Jahre ab 2013 im Vordergrund. Gut ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts der einzelnen Länder bildeten die finanzielle Basis der EU, von der allein jeweils 40 Prozent in den Agrar- und in den Strukturhaushalt fließen. Die Studenten ermunterte sie, sich durch Erfahrungen auf europäischer Ebene bereichern zu lassen und nannte Programme wie Erasmus oder Leonardo, mit denen die Kooperation von Bildungsstätten auf der Ebene der Europäischen Union unterstützt werde und an denen auch die nta teilnehme. „Besonders wichtig sind in diesem Zusammenhang natürlich Sprachkenntnisse“, meinte sie. Hauptteil ihres Vortrages und der anschließenden lebhaften Diskussion waren die Biowissenschaften. Jeggle wies darauf hin, dass hier die Kompetenzen im Wesentlichen bei den einzelnen Mitgliedsstaaten lägen und warb für eine sachbezogene Argumentation statt emotional geprägter Ablehnung. Ein völliges Verbot von genveränderten Organismen (GVOs) ist ihrer Auffassung nach heute zum einen nicht mehr praktikabel und angesichts des Hungers in der Welt auch ethisch nicht zu rechtfertigen. Andererseits bedauerte sie, „dass es nicht gelungen ist, die Kennzeichnungspflicht für Klonfleisch im europäischen Recht zu verankern“. „Biopatente“ zum Beispiel auf Saatgut lehne sie ab, aber hier müsse man gegen eine starke Lobby von Industrieinteressen kämpfen. „Die Politik kann insgesamt nur Rahmenbedingungen setzen, ausgefüllt werden müssen sie von den Menschen vor Ort, und hier vor allem auch von denen, die sich auch beruflich den spannenden naturwissenschaftlich-technischen Zukunftsthemen verschrieben haben“, sprach sie die Assistenten und Studenten der nta direkt an.

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