Schüler des AG wollen eine spanische Jugendherberge ins Leben rufen

Spannende Zusammenarbeit

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Kempten – „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ – Das könnte das Motto sein, dass Schülerinnen und Schüler des 8. und 9. Jahrgangs des Allgäu Gymnasiums dazu bewogen hat, sich um ein Projekt des COMENIUS-Programms der EU zur Zusammenarbeit von Schulen innerhalb Euro-pas zu bewerben.

Kern ihres Projektes ist es, eine Partnerschaft mit einer Schule auf La Gomera aufzubauen, einer naturbelassenen Vulkaninsel der kanarischen Inseln. Im Rahmen dieser Schulpartnerschaft soll in gemeinsamer Projektarbeit von deutschen und spanischen Schülern vorab ein Konzept entwickelt werden, wie ein nahe beim Schulgebäude gelegenes Internat als Jugendherberge wiederbelebt werden kann. Die Idee hierzu wurde gemeinsam von der deutschen Lehrerin Karin Steinle auf La Gomera und den beiden hiesigen Lehrern des Allgäu Gymnasiums, Eva Buchheim und Rainer Wilzbach, ins Leben gerufen. 

 „Die offiziellen Stellen auf La Gomera und insbesondere der Oberbürgermeister der dortigen Kommune Vallehermoso haben uns leidenschaftlich gebeten, dieses Projekt gemeinsam mit der Schule I.E.S. Poet Garcia Cabrera in Vallehermoso anzugehen“, erläutert die Spanisch- und Englisch-Lehrerin Eva Buchheim vom AG. Weiß Eva Buchheim doch nur zu allzu gut, dass die Insel im Atlantik durch die große Wirtschafts- und Finanzkrise in Spanien und durch einen dramatischen Rückgang der dortigen Bevölkerung durch den Niedergang der Landwirtschaft arg gebeutelt ist. 

Große Herausforderung 

In der I.E.S. Poet Garcia Cabrera Schule auf La Gomera werden zur Zeit gerade einmal 53 Schüler unterrichtet und das bei einem Einzugsgebiet von 113 Quadratkilometern. In besseren Tagen wurde vis á vis des Schulgebäudes ein Internat errichtet, das heute leersteht und an dem der Zahn der Zeit nagt. „Die Aufgabe der Schüler wird es sein, ein Konzept zu entwickeln, wie dieses Gebäude wiederbelebt werden kann, wie es seiner ursprünglich zugedachten Nutzung als internationaler Treffpunkt für Jugendliche im Alter von 13 bis 15 Jahren zugeführt werden kann“, so der beteiligte Mathematiklehrer Rainer Wilzbach. Die Schüler sollen vorerst ein virtuelles Konzept erstellen, wie durch ein passendes Raumkonzept des Baukörpers und den richtigen Freizeitangeboten vor Ort ein attraktives Angebot für interessierte Gäste der Jugendherberge geschaffen werden kann. 

„Teenie Tourismus La Gomera“ nennt sich demnach das Projekt und es wird an Aktivitäten in und mit der nahen Natur gedacht, sei es nun, im Team Flöße zu bauen oder die aufregende Natur der Insel zu erkunden, die anders als Teneriffa, touristisch kaum erschlossen ist. Darüber hinaus sollen die Schüler Abläufe des Projektmanagements im internationalen Rahmen kennenlernen, andere Meinungen und neue Werte akzeptieren, ihre eigene fremdsprachliche und interkulturelle Kompetenz erweitern, Präsentationstechniken erlernen und grundsätzlich an Selbstsicherheit gewinnen. Dazu wurden die 15 Schülerinnen und Schüler des Allgäu Gymnasiums im Vorfeld sorgfältig ausgesucht, Grundvoraussetzung war bei allen eine Belegung von Spanisch als dritte Fremdsprache. 

Austausch im Sommer 

Diese Schüler werden vorab im Online-Kontakt mit ihren spanischen Mitschülern stehen und gemeinsam ein Konzept für eine „virtuelle“ Jugendherberge erarbeiten, bevor sie sich alle im Sommer, sowohl im Allgäu, als auch auf La Gomera, persönlich besuchen und kennenlernen werden.

Jörg Spielberg

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