Iron Skulls aus Spanien begeistern mit ihrem Mix aus Hiphop, Akrobatik und zeitgenössischem Tanz

Postapokalypse im Stadttheater

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Überleben und Zusammenhalt waren zentrale inhaltliche Elemente der Tanzperformance.

Kempten – Sie krochen auf dem Boden entlang, hingen über der Kante der Bühne oder kletterten über die Sitze im Publikum – die Tänzer von Iron Skulls, gekleidet in olivgrünen Anzügen und mit Gasmasken über dem Gesicht. Was zu Beginn noch ruhig begann, entwickelte sich im Laufe der Vorstellung zu einer elektrisierenden Tanzperformance, die am Ende mit tosendem Applaus und Jubel belohnt wurde.

Für den diesjährigen Tanzherbst kamen die Tänzerin und sechs Tänzer aus Barcelona mit ihrer mehrfach ausgezeichneten Performance „Sinestesia“ nach Kempten und begeisterten dort am vergangenen Donnerstag gleich zweimal auf der Bühne des Stadttheaters mit ihrem Mix aus Hiphop, Akrobatik, Breakdance und zeitgenössischem Tanz. Zu rhythmischer Electro-Pop-Musik erzählten sie die Geschichte einer zerstörten Welt, in der sich sieben Überlebende zusammenfinden und einen gemeinsamen Weg in eine bessere Welt suchen. Mit einem Spiel aus Rhythmus, Lichteffekten und teils animalischen Bewegungen zogen sie die Zuschauer in ihren Bann und ernteten vor allem für ihre Breakdance-Elemente und ihre beeindruckende Körperbeherrschung tosenden Applaus.

Die Performance begann und endete aber nicht wie gewohnt auf der Bühne, vielmehr mischten sich die Tänzer unter die Zuschauer, kletterten über deren Sitze und kamen dann doch wieder auf der Bühne zusammen. Am Ende ließen sie dann doch ihre grotesken Masken fallen und stellten sich nach der Vorführung am Vormittag den zahlreichen Fragen der neugierigen Schülerinnen und Schülern. Seit drei Jahren performen Adrián Vega, Facu Martín, Héctor Plaza, Diego Garrido, Moisés, Luis Muñoz und Agnés Salas – als einzige Frau – ihre Tanzperformance „SINESTESIA“ unter anderem in Spanien, Frankreich und Österreich. In Kempten feierte das Stück im Rahmen des Tanzherbstes jetzt Deutschlandpremiere.

Die Spanier waren Teil der vielen Höhepunkte der internationalen, zeitgenössischen Tanzszene, die im Rahmen des 16. Kemptener Tanzherbstes vom 8. bis 16. Oktober präsentiert wurden. Das Festival, einer der „kulturellen Leuchttürme“ Kemptens, wie Künstlerischer Leiter und Organisator Richard Klug betont, begann mit der weltweit gefeierten Tanzcompany der ehemaligen Akram Khan-Tänzerin Lali Ayguadé gefolgt von Iron Skulls und weiteren, mitreißenden Tanzperformances, wie der französischen Tanzcompany La Licorne von Alain Gruttadauria, der musikalisch live unterstützten Performance zweier führender Vertreter des Improvisationstanzes Mirva Mäkinen und Ralf Jaroschinski und zum Abschluss des Tanzfestivals mit der in Kempten entstandenen „Artist in Residence-Tanzproduktion“ der faszinierenden Melodie Cecchini Company aus Frankreich. Neben den internationale Größen fanden auf der Bühne auch regionale Tanzabende mit JungerTanzSchwaben und TANZszene Schwaben, das Allgäu/Schwaben­Battle (Break Dance Wettkampf) statt. Tanz im Kino und zahlreiche Tanzworkshops, teilweise mit den Tänzern der Gastcompanys, ergänzten das umfangreiche Festivalprogramm. „Das zahlreiche Publikum honorierte die mitreißenden und beeindruckenden Performance-Abende mit großem Applaus. Die angebotenen zwanzig Tanzworkshops waren durchwegs gut besucht, das Allgäu/SchwabenBATTLE feierten circa 180 Zuschauer und über 100 Akteure“, resümierte Klug gegenüber dem Kreisboten. „Insgesamt können wir ein weiteres Mal auf ein gelungenes und bewegendes Festival zurückblicken und somit auch motiviert nach vorne auf den 17. Kemptener TANZherbst 2017.“

Lea Stäsche

Tanzherbst Kempten: Iron Skulls

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