Das Tor zu Isny

Mit dem Verkehrsfluss der alten und neuen B12 hat sich kürzlich der Ausschuss für Technik und Immobilien beschäftigt. Jahrzehnte lang hat man an der Planung und Realisierung einer Umgehung herum geplant. Nun haben sich die Gemeinderäte mit der Frage auseinander gesetzt, wie man Gäste wieder in die Stadt lotsen könnte.

Die Stadtverwaltung hat vorgeschlagen, den Landschaftsarchitekten und Städteplaner Axel Lohrer zu beauftragen, eine Studie und einen so genannten „Masterplan“ zu entwickeln. Das Ziel: Die Stadteingänge aus Richtung Kempten, Wangen, Leutkirch und Maierhöfen attraktiver machen und so wieder Urlaubsgäste und Durchreisende in die Stadt hinein zu locken. Wenn die B12 und der Tunnel in Betrieb gehen und der Autofahrer nicht mehr automatisch durch Isny fährt, bekommen die Stadteinfahrten ein wesentlich stärkeres Gewicht als bisher. So hieß es in der Beratungsvorlage des Ausschusses. Die Stadtverwaltung sah die Notwendigkeit, die vier Stadteingänge übergreifend zu analysieren und, wo nötig und möglich, Korrekturen vorzunehmen. Neue landschaftsgestalterische Anreize zum Besuch von Isny will sie schaffen. „Den Verkehr umleiten und gleichzeitig wieder in die Stadt hinein ziehen, ist nicht logisch“, meinte SPD-Gemeinderat Edwin Stöckle dazu. Er befürwortete zwar eine Studie zur Gesamtplanung, erklärte jedoch, die Stadt habe selbst kompetente Planer, die so doch zeigen könnten, was sie können. Peter Angele (CDU) hatte ganz andere Bedenken, als er hörte, der Architekt habe weitgehend freie Hand: „Was, wenn uns die die Entwürfe und der ‘Masterplan’ nicht gefallen? Dann sind 28000 Euro einfach weg“, befürchtete er. Die allgemeine Ansicht, dass eine attraktive Innenstadt automatisch neue Gäste anzieht, setzte sich immer mehr durch. Heinz Bucher (CDU) störte sich daran, das seiner Ansicht nach zu viel herumdiskutiert wurde. „Wir wollen unsere Heimatstadt schöner machen, dann tun wir es doch und das möglichst schnell“, forderte er. Gebhard Mayer (FW) wollte wissen, wann die Studie den vorliegen solle. Er erhielt die Zusage, dass es nach der Sommerpause so weit wäre. Die Meinungen lagen auch bei der Abstimmung weit auseinander. Mit sieben Ja-Stimmen, einer Enthaltung und sechsmal Nein fiel das Ergebnis im Ausschuss äußerst knapp aus. Das Büro Lohrer/Hochrein wird sich nun an die Arbeit machen und im Herbst wird der Gemeinderat darüber debattieren, wo wohl das Geld für die erforderlichen Maßnahmen herkommen soll.

Meistgelesene Artikel

Ausblick und Austausch

Kempten – Knapp 200 Repräsentanten der verschiedenen Bereiche des Lebens in Kempten versammelten sich am Dienstagabend in der Schrannenhalle des …
Ausblick und Austausch

Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Kempten – Am Donnerstagnachmittag vergangener Woche eskalierte ein Streit zwischen einem Pärchen, in dessen Verlauf der Mann offenbar versuchte seine …
Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Mongolei – Nomadenstaat im Spannungsfeld mit Urbanisierung

Kempten – Das Haus International erfüllte auch an diesem Abend seine Mission als interkulturelles Zentrum der Stadt Kempten. Der recht gut besuchte …
Mongolei – Nomadenstaat im Spannungsfeld mit Urbanisierung

Kommentare