Ende Juni werden die Türen geschlossen

Nach 100 Jahren ist Schluss

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Ende des Monats werden auch die letzten Patienten das Isnyer Krankenhaus verlassen.

Isny – Egal ob nun im Endeffekt erfolgreich oder nicht, Bürgermeister Rainer Magenreuter und seine Mitstreiter haben bis zum Letzten alles juristisch ausgenutzt was überhaupt möglich war und immerhin die Hoffnung auf ein weiteres Bestehen des Isnyer Krankenhauses mit seiner 100-jährigen Geschichte zum Leitfaden aller Bemühungen gemacht.

Doch seit vergangener Woche ist klar, das Krankenhaus wird geschlossen.

Es sieht so aus als ob das Abschmettern aller Bemühungen System hatte. Vom 150 Betten-Haus zum 19 „Betten-Witz“ war schon einiges vorher gegangen. Man darf sich ruhig daran erinnern: Auch Anfang der 70er Jahre war beim Krankenhaus noch in städtischer Verwaltung ein Sanierungsdefizit zu verzeichnen gewesen, obwohl das Haus schwarze Zahlen schrieb.

Ebenfalls erinnern sollte man sich an den rosaroten Zipfel der Hoffnung, als unter Dr. Wißmaier die Endoprothetik zu boomen begann, aber zur Wahrung der Staatsraison die Chirurgie in Isny aufgelöst wurde und nur eine innere Abteilung zum Bestand gehörte. „Nein, da hilft kein Jammern“ sagen auch die Verantwortlichen des Fördervereins zum Erhalt des Isnyer Krankenhauses.

Die letzte Runde ist eingeläutet und am 30. Juni wird auch der letzte Patient das Krankenhaus verlassen haben. Und nun? Jetzt sollte man sich erst einmal an Leutkirch orientieren. Dort hat die OSK schon im vergangenen Jahr Schluss gemacht und bis jetzt ist alles gut gegangen. Als Notarzt-Standort (hat man jedenfalls versprochen) wird Isny bestehen bleiben. Die schnelle Versorgung mit Sanitätsfahrzeugen und anderen Rettungsdiensten soll damit auch weiterhin gesichert sein. Das sollte man allerdings schriftlich haben, denn eine mündliche Zusage ist in diesem Falle nicht wirklich beruhigend. Die OSK hat eine Postwurfsendung angekündigt, die man sich am besten gut sichtbar an die Wand hängt, um bei weiteren Reduzierungen der ärztlichen Versorgung die nötigen Gegenargumente zu haben.

Eines ist jedenfalls klar: Die noch verbliebenen Mitarbeiter der OSK in Isny haben gute Nerven bewiesen, dadurch dass sie so lange den Isnyern die Treue hielten. Nun sollen sie an anderen OSK-Standorten untergebracht werden. Ihnen wollen auch der Förderverein und die Stadt für ihren Einsatz danken.

Wie der Förderverein sich neu orientiert, bleibt ebenfalls abzuwarten. Zum Erhalt des Isnyer Krankenhause gibt es nun keine Einsatzmöglichkeit mehr, aber zur Verbesserung medizinischer Versorgung könnte man dann immer noch etwas tun. Die Vorsitzenden und der Beirat haben sich schon entsprechende Gedanken gemacht und werden wohl eine Mitgliederversammlung einberufen, auf der dann die Neuorientierung beschlossen werden kann.

Manfred Schubert

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