Israeltag lockt Passanten an

Nahrung für Körper und Geist

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Oberbürgermeister Thomas Kiechle dankt dem Verein „Allgäuer Israelfreunde“ für dessen Engagement.

Viele hebräische Wörter waren am Samstag vor dem Forum Allgäu zu hören. Immer wieder erklang israelische Volks- und Popmusik vom Band beim Israeltag.

Ein zusätzlicher Anlass war heuer die Feier der nunmehr 50-jährigen diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland. Es gab ein buntes Programm.

Der Verein „Allgäuer Israelfreunde“ organisierte wie in den Jahren zuvor die Veranstaltung. An einem Stand konnten die Besucher Bücher kaufen. Die trugen Titel wie „Israel in Gefahr“, „Erben des Schweigens“ oder „Die heilige Schrift.“ In Form von Broschüren und Handzetteln durften sich Interessierte vielfältiges Informationsmaterial mitnehmen. Darin erfuhren sie beispielsweise, dass der USB-Stick in Israel erfunden wurde oder dass das Land pro Kopf die höchste Anzahl an Hochschulabschlüssen hat. 

Ein Mann verkaufte unter anderem koscheres Gebäck, koscheren Wein, Seife und Parfüm aus Israel, Matzen, Marmelade, viele Produkte aus Granatäpfeln und Salz aus dem Toten Meer. Ernst und Erika Mayer boten eine Reise ins Heilige Land an. Das Ehepaar hatte einst Geld für den Kempten-Allgäu-Wald mit rund 5000 Bäumen gesammelt. Dieser befindet sich in Israel im Wald der deutschen Länder. Die Mayers hatten für ihr Engagement kürzlich eine Auszeichnung des israelischen Tourismusministeriums erhalten. 

Viel Interesse weckte ein Stand, an dem es Souvenirs und Schmuck aus Israel zu kaufen gab. Dazu gehörten zum Beispiel silberne Anhänger wie der Davidstern, die Menorah oder die Segenshand. Der Erlös aus dem Verkauf von gestrickten Sachen kam Überlebenden des Holocaust zugute. 

Als kleine Erinnerungsstücke konnten sich die Gäste Aufkleber mit „I love Israel“, kleine Nationalfähnchen und Luftbal-lons mit dem Aufdruck „Schalom“ mitnehmen. Letztere waren besonders bei den Kleinen begehrt. Kinder durften an einem so genannten Dreydel aus Holz drehen, der mit hebräischen Buchstaben bedruckt war. Bei einem bestimmten Symbol konnten sie sich einen Preis wie Lineal, Kugelschreiber oder Radiergummi in Form des Landes Israel aussuchen.

Wegweisende Initiative 

Henrike Oberländer sang und spielte auf der Gitarre jiddische und hebräische Lieder. Manche stimmten mit ein. „Historische Ereignisse und Gedenktage stehen in Kempten unter dem Stichwort einer lebendigen Erinnerungskultur“, sagte der Kemptener Oberbürgermeister Thomas Kiechle in seinem Grußwort. Der Beginn des diplomatischen Austauschs zwischen Israel und der Bundesrepublik Deutschland vor 50 Jahren sei eine bedeutende und wegweisende Initiative gewesen. „Es war ein langer Weg, auf den verschiedensten Ebenen Normalität zu erreichen und schließlich auch Freundschaften wachsen zu lassen. Wir können heute aber voller Zuversicht sagen, es war ein lohnender Weg“, betonte Kiechle. Die Schirmherrschaft für den Israeltag habe er gern übernommen. Den „Allgäuer Israelfreunden“ sicherte er zu, dass sie auch in Zukunft die Unterstützung der Stadt Kempten haben werden. 

Kiechle eröffnete die Ausstellung „50 Jahre diplomatische Beziehungen Israel – Deutschland“. Diese umfasst mehrere Schautafeln über die bilateralen Beziehungen zwischen den Staaten in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Tourismus sowie über gemeinsame Projekte wie zum Beispiel die Afrika-Initiative. Auch der Prozess gegen Adolf Eichmann ist Thema der Ausstellung vor dem Forum Allgäu. 

Eine Frauengruppe führte fröhliche israelische Volkstänze auf, bei denen das Publikum mitmachen durfte. Weitere Programmpunkte waren das Kinderschminken oder auch das Schreiben des eigenen Namens auf Hebräisch. Mit dem gemeinsamen Singen der israelischen Nationalhymne „Hatikvah“ endete die Veranstaltung. Durch das Programm führte Andy Eggert, Vorsitzender der „Allgäuer Israelfreunde“.  Franziska Kampfrath

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