"Ja" und "nein" zu den Änderungswünschen

Aus Richtung Waltenhofen kommend, soll das XXXLutz-Möbelhaus am Haslacher Berg von der Bahnhofstraße aus jetzt so aussehen. Grafik: Blocher und Blocher

Das geplante XXXLutz-Möbelhaus am Haslacher Berg darf den Anteil des Randsortiments wie erwartet nicht erhöhen. Einen entsprechenden Antrag der NH-Immobilien GmbH haben die Mitglieder des Bauausschusses in ihrer jüngsten Sitzung abgelehnt. Neben dem Randsortiment hatten die Vertreter des Möbelhauses auch Änderungswünsche zur Baukörperform und der damit verbundenen Fassadengestaltung.

Grund für die gewünschte Aufstockung der Randsortimentsflächen von bisher 4000 auf 6000 Quadratmeter seien neue Vorstellungen der Antragssteller, so Baureferentin Monika Beltinger. Neben XXXLutz soll im Gebäude jetzt auch die Möbelhauslinie Mömax untergebracht werden. Bei dem Antrag auf ein größeres Randsortiment wird auf eine landesplanerische Beurteilung der Regierung von Schwaben aus dem Jahr 2004 Bezug genommen. Darin wird für Kempten ein Wohnkaufhaus mit Randsortimentsflächen bis zu 6000 Quadratmetern für verträglich erachtet. Die Stadt hat aber in einem weiteren, auf Kempten bezogenes Gutachten untersuchen lassen, wie viel Randsortiment akzeptabel ist. Daraufhin sei im ersten Bebauungsplanänderung eine Fläche von maximal 4000 Quadratmetern festgelegt worden, sagte Beltinger und empfahl die Begrenzung so zu lassen. Herbert Karg (FW), Thomas Kiechle, Karl Sperl (beide CSU) und Siegfried Oberdörfer (SPD) gaben ihr in diesem Punkt recht und meinten, dass man den Beschluss nicht mehr ändern sollte. „Darüber brauchen wir nicht mehr reden, das haben wir festgezurrt“, sagte Sperl. Und auch OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) sah zum jetzigen Zeitpunkt keine Argumente, die zu einer Änderung führen könnten. Die Antragsteller sind jedoch weiterhin der Meinung, dass die Region ein Randsortiment von bis zu 6000 Quadratmeter vertragen kann, wie XXXLutz-Expansionsleiter Robert Röpert am Donnerstag gegenüber dem KREISBOTEN erläuterte. Der Antrag bleibe erstmal bestehen und es werde untersucht, inwieweit Kempten von einem höheren Randsortiment betroffen wäre. Neben dem Randsortiment waren auch der Baukörper und die Fassadengestaltung des Gebäudes Bestandteile des Antrag. „Der Baukörper entspricht im Wesentlichen der bisherigen Gebäudeform, allerdings wurde die Höhe des Hauptbaukörpers um ein Geschoss und circa vier Meter zugunsten einer zweigeschossigen Ausbildung des zurückversetzten Dachbaukörpers reduziert“, erläuterte Beltinger. Der Aufbau auf den Bauköper sei kein Nachteil, da der Gesamtbaukörper niedriger werde, verdeutlichte sie. „Die Wucht des Gebäudes ist so etwas geringer“, so die Baureferentin. Die städtebauliche Zielsetzung werde mit dem neuen Baukörper weiter gut eingehalten, fügte Netzer an. Kein Katz-und Maus-Spiel Bei der Fassadengestaltung ist es Ziel der Stadt, dass das Möbelhaus ein hochwertiges Erscheinungsbild hat. Das sei seitens der NH-Immobilien GmbH zugesichert worden, sagte Beltinger. Der Idee der Antragssteller ist, entlang der Bahnhofstraße und in Teilbereichen ums Eck eine hochwertige zweischalige Metallfassade anzubringen. Die Gesamtfassade soll dann nicht mehr so massiv wirken. Im Rahmen der weiteren Detailausarbeitung seien Oberfläche, Materialqualität und Farbe der Fassade noch abzustimmen. Kiechle sah die Absenkung des Gebäudes positiv. Hinsichtlich der Fassade meinte er, dass „die Bauweise mit einem Metallvorhang schön, aber auch grässlich sein kann“. Nach dem langen Hin und Her müsse man aber insgesamt aufpassen, dass in der Öffentlichkeit kein falscher Eindruck entstehe. „Es sollte nicht so sein, dass sich daraus ein Katz-und-Maus-Spiel entwickelt, wobei die Bürger nicht wissen, wer Katz und wer Maus ist oder wie groß der Hunger der Katze ist.“ Oberdörfer meinte, dass die neue Fassade sicherlich gewöhnungsbedürftig sei und regte an, dass die Antragsteller auch mit Spiegelflächen arbeiten könnten. Hans Mangold (Grüne/FL) fand, dass sich der Baukörper nicht verschlechtert hat. Bezüglich der Metallfassade hatte er ein komisches Gefühl und schlug vor, dass man es auf der Südseite des Gebäudes mit Fassadenkollektoren versuchen könnte, um zumindest einen Teil des Energiebedarf decken zu können. OB Netzer sah die Veränderung des Baukörpers und die Höhenentwicklung sowie die Öffnungen in der Fassade als Schritt in „eine sehr gute Richtung“. Klärungsbedarf bestehe noch bei der Frage, mit welchem Material das Möbelhaus verkleidet wird. Mit einer Gegenstimme von Mangold (der Standort ist der falsche) begutachtete der Bauausschuss die Aufstellung der zweiten Bebauungsplanänderung für das Wohnkaufhaus am Haslacher Berg. Die Randsortimentsfläche wurde auf 4000 Quadratmeter begrenzt. Herbert Karg bemängelte noch, dass eine Aussage zum Zeitplan gefehlt habe. Das sei eine häufige Frage der Bürger. Robert Röpert, der zu Gast im Bauausschuss war, meinte darauf, dass die Baufreigabe erst erteilt werde, wenn Baurecht vorliege. „Wir werden bauen“, versicherte er aber.

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