Frauen Union Kempten feiert ihr 60-jähriges Bestehen

"Frauen haben den klügeren Zugang"

+
Zum 60-jährigen Bestehen der Frauen-Union Kempten waren am vergangenen Samstag Nachmittag unter anderem (v.l.) die CSU-Bundestagsabgeordneten Iris Eberl und Erik Beißwenger, die Vorsitzende des Kreisverbandes der Frauen-Union Kempten, Gabriele Gruber, der Landtags-CSU-Fraktionsvorsitzende Thomas Kreuzer und OB Thomas Kiechle erschienen.

Kempten – Ihr 60-jähriges Bestehen feierte am vergangenen Wochenende der CSU Kreisverband der Frauen-Union (FU) Kempten im Pfarrsaal der St. Michaels Gemeinde im Kemptener Norden. Viele bekannte Politgrößen der Christsozialen erschienen am Nachmittag zum Festakt mit Livemusik, dargeboten durch das Markus Noichl Trio und den Chor der Unterillertaler.

Kreisvorsitzende Gabriele Gruber konnte als Gäste OB Thomas Kiechle, die CSU-Bundestagsabgeordenten Erik Beißwenger und Iris Eberl, die bayerische Staatsministerin für Europaangelegenheiten und regionale Beziehungen, Dr. Beate Merk, den CSU-Fraktionsvorsitzenden aus dem bayerischen Landtag, Thomas Kreuzer, und als Ehrengast und Festredner Bundesminister Dr. Gerd Müller vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung begrüßen.

Nachdem das Markus Noichl Trio mit Harfe, Violine und Querflöte sowohl ein alpenländisches wie irisches Musikstück intonierte, ergriff Gruber vorab das Wort und bedankte sich bei allen Anwesenden für deren Erscheinen. Zu Beginn ihrer Ausführungen stellte die Kreisvorsitzende das neue bayernweite Projekt der FU, „Selbstverständlich“, vor. Diese am Internationalen Frauentag gestartete Aktion fordere eine breite Debatte zur aktuellen Stellung der Frau in der Gesellschaft. „Die mühevoll in den letzten Jahrzehnten errungenen Freiheiten der Frauen und ihr Recht auf ein selbstbestimmtes Leben sind auch in Zeiten hoher Einwanderungszahlen von Menschen anderer Kulturkreise in unsere Wertegemeinschaft nicht verhandelbar“, so Gruber.

1956 wurde in der Allgäu-Metropole der FU-Kreisverband Kempten gegründet, eine Zeit in der es um die allgemeinen Rechte der Frauen nicht gut bestellt war. Im schwierigen Umfeld der Nachkriegszeit wurde lange Zeit nicht an der untergeordneten Stellung der Frau in der bundesdeutschen Gesellschaft gerüttelt. So waren Frauen weder voll geschäftsfähig, noch berechtigt einen Arbeitsvertrag ohne Zustimmung des Ehegatten zu unterschreiben oder gar den Führerschein zu erwerben, um hernach selbstständig ein Auto zu lenken.

An all diese Umstände erinnerte auch der erste Festredner am Rednerpult, Dr. Gerd Müller. Dieser räumte ein, dass es gerade bei den Christsozialen ein langer Weg bis zur vollständigen Gleichstellung der Frauen war. Müller erinnerte daran, dass es 1961 Konrad Adenauer gewesen war, der mit Elisabeth Schwarzkopf die erste Frau in eine Bundesregierung berief. Dann widmete sich der Bundesminister in seinen Ausführungen den lokalen weiblichen Politgrößen des Kreisverbandes der Frauen-Union Kempten. Er erwähnte das Wirken der legendären Elisabeth Stoltenberg, die als langjähriger „Kreativpol“ der CSU galt und die sich für eine mehr „menschliche als männliche Gesellschaft“ einsetzte, oder Erika Wandel und Erika Winkler, die sich beide sehr früh in politische Themenfelder wie Erziehungsgeld, familiengerechte Besteuerung und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie vorgewagt hatten. Auch die ehemalige Vorsitzende Claudia Dress wurde lobend erwähnt, die sich in ihrer Schaffenszeit erfolgreich für mehr Familienfreundlichkeit in Kempten eingesetzt hatte.

OB Kiechle nutzte in seiner Ansprache die Gelegenheit, um Frauen ganz grundsätzlich eine eher offene und besonnene Herangehensweise an politische Sachthemen zu attestieren. Seine Zusammenarbeit mit dem weiblichen Geschlecht verlaufe oft harmonischer und geräuscharmer als mit männlichen Kollegen. „Frauen…“, so der OB, „…haben oftmals den klügeren Zugang zu den anstehenden Problemen“. Auch Kreuzer lobte das Wirken der Kemptener CSU-Frauen, insbesondere deren andauerndes Engagement im Kemptener Stadtrat.

Anschließend fragte Iris Eberl, Oberstudienrätin a.D., Mitglied des Deutschen Bundestages und langjährige Schatzmeisterin des FU-Landesvorstandes in ihrer Ansprache ironisierend: „Was sind eigentlich keine Frauenthemen?“ und fügte dankend hinzu: „Ohne die Frauen-Union wäre ich nicht in den Bundestag nachgerückt.“

Nach den offiziellen Ansprachen gab es ein gemütliches Zusammensein bei Kaffee und Kuchen, anregende Gespräche mit den vielen Ehrengästen der Jubiläumsfeier und noch eine Tanzeinlage der Unterillertaler. Für die Besucher ausgelegt waren zudem Fotoalben, die das 60-jährige Wirken des FU-Kreisverbandes Kempten anschaulich bebilderten.

Jörg Spielberg

Meistgelesene Artikel

Freie Fahrt im Oberstaufen-Tunnel

Landkreis – Die Topographie des Allgäus verlangt gelegentlich den Bau eines Tunnels. Im Jahre 1853 wurde der Oberstaufen-Tunnel auf der Strecke …
Freie Fahrt im Oberstaufen-Tunnel

"Kaviar und Hasenbraten"

Isny/Rohrdorf – Diesmal haben sich die „Theaterleute“ vom Theaterverein Rohrdorf ein Stück von Regina Rösch ausgesucht und „Kaviar und Hasenbraten“, …
"Kaviar und Hasenbraten"

Rauschgiftverfahren: große Durchsuchungsaktion

Kempten - Im Zuge eines seit Monaten andauernden Rauschgiftermittlungsverfahrens wurden am gestrigen Mittwoch zeitgleich mehrere Wohnungen in …
Rauschgiftverfahren: große Durchsuchungsaktion

Kommentare