50 Jahre sozialer Dienst am Menschen

Lothar Seidel (v.l., Kreisvorsitzender AWO), Günter Vogt (stellvertretender Vorsitzender des Bezirksverbands), Dr. Thomas Beyer (Landesvorsitzender der AWO), Bernhard Palinski (Leiter AWO-Seniorenzentrum), Thomas Kreuzer, Karin Liebe (Vorsitzende des Ortsvereins) und Dr. Ulrich Netzer feiern das 50-jährige Bestehen der AWO. Foto: Dathe

Am vergangenem Samstag feierte die Arbeiterwohlfahrt Ortsverein Kempten e.V. ihr 50-jähriges bestehen. Zahlreiche Gäste, sogar aus der Patenstadt Bad Dürkheim, sind der Einladung gemeinsam zu feiern gefolgt.

In den vergangenen 50 Jahren habe die Arbeiterwohlfahrt das soziale Klima in der Stadt mitgestaltet, erklärte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU). Man habe immer wieder das Gefühl, die Einstellung „Jeder ist sich selbst der Nächste“ greife immer mehr Raum. Der Gedanke „Was ist für das Gemeinwohl das Richtige“ werde dagegen zunehmend seltener. Daher sei solch ein Ortsverband wichtig, um Gegenakzente zu setzen, betonte Netzer. Erstmals werde am 1. August in Kempten die Ehrenamtskarte verliehen, um solches Engagement Anerkennung zu zollen, ganz nach dem Motto „Du bist einer der den Nächsten sieht und sich dafür einsetzt“. Neugründung 1961 Lothar Seidel, Kreisvorsitzender der AWO, bestätigte, dass die Arbeit in einem Verein nicht nur Freude mache, doch müsse der Optimismus überwiegen. Dr. Thomas Beyer, Landesvorsitzender der AWO, lobte die gute Zusammenarbeit mit der Stadt. Eigentlich sei der Verband bereits 1919 gegründet, doch wurden auch Mitglieder der AWO von den Nazis verfolgt, sodass der Verein seine Tätigkeit einstellen musste. 1961 wurde der Ortsverein neu gegründet. Anfangs um die Nachkriegsnot zu lindern. Inzwischen habe die AWO eine vielfältige Landschaft entwickelt, in der sie für die Menschen nützlich seien. In der Altenpflege habe die AWO 10 000 Plätze in Bayern. Aber nicht nur hier, sondern auch für Kinder vom Kleinkind bis zu den Hortkindern sei die AWO in den letzten Jahren verstärkt tätig gewesen. Inzwischen gebe es über 20 000 Plätze für die Kinder in Bayern. Dabei sei die AWO bemüht, nicht nur die Kinder zu beaufsichtigen, sondern diese auch individuell zu fördern, so Beyer. Darüber hinaus sehe sich die AWO als sozialpolitische Stimme. Mit 70 000 Mitgliedern habe die AWO mehr Mitglieder als so manche Partei. Beyer betonte, dass trotz nur drei Prozent Arbeitslosigkeit gerade die Langzeitarbeitslosen nicht mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt hätten. In Deutschland lebten immer noch 1,6 Millionen Menschen in Armut. Viele der nicht mehr Erwerbslosen würden in Leiharbeit und Teilzeitjobs arbeiten, was keine Arbeit sei, von der man leben könnte. Daher trete die AWO für Mindestlöhne ein. Dank von Kreuzer In naher Zukunft stehe die AWO vor großen Herausforderungen. Mit der Abschaffung der Wehrpflicht, fällt auch der Zivildienst weg. Die AWO werde verstärkt für das Ehrenamt werben, damit die Lücke geschlossen werden könne. Alle müssten zusammen halten, denn „gemeinsam gelingt es besser“, so Beyer. Auch Staatssekretär Thomas Kreuzer (CSU) wünschte der AWO eine gute Zukunft, damit der soziale Dienst am Menschen auch weiterhin möglich ist. Begleitet wurde die Veranstaltung von Aufführungen der Kinder aus dem Kinderhort „Einstein“ in St. Mang. Als Dankeschön werde die Kemptener AWO die Busfahrt für einen Ausflug des Hortes übernehmen, damit alle Kinder an dem Ausflug teilnehmen können, bekräftigte Karin Liebe, Vorsitzende des Vereins.

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